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Z'graggen Heidi · Ständerat · 2025-06-04

Z'graggen Heidi · Ständerat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-04

Wortprotokoll

Vorweg: Ich finde das eine sehr wichtige und gute Vorlage. Ich melde mich als Nichtmitglied der Kommission zu Wort, weil ich mich dazu bereits einmal in der Debatte zu den unflexiblen Ergänzungsleistungen, die unser Kollege, Ständerat Müller, erwähnt hat, geäussert habe.

Ich möchte Sie bitten, hier die Minderheit zu unterstützen. In meinem Engagement bei der Stiftung Papilio in Altdorf, die beeinträchtigte Kinder betreut, habe ich gesehen, wie wichtig die Möglichkeit ist, dass Kinder mit Beeinträchtigungen zuhause sein können. Die Eltern möchten, dass die Kinder teilweise zuhause, teilweise in den Institutionen sein können. Diese Betreuung stärkt die familiären Bindungen. Es entlastet die Institutionen und entspricht dem Bedürfnis der Gesellschaft, insbesondere der betroffenen Menschen, weit mehr als das Entweder-oder-Modell, also entweder Heimbetreuung oder häusliche Betreuung. Das Modell mit der Pro-rata-Entschädigung, wie es die Minderheit Graf Maya beantragt, wird verschiedenen Lebenslagen gerecht und führt so zu finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten und Lösungen. Der Antrag der Minderheit ermöglicht individuelle Lösungen, um einen Heimeintritt beispielsweise zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern oder, wenn eben beides notwendig ist, entsprechende Möglichkeiten für die Betroffenen anzubieten.

Die Bestimmung ist ausserdem, das haben wir auch bereits gehört, kostenneutral, verbessert aber die soziale Gerechtigkeit. Allerdings geht es hier ja nicht nur um Kosten, [PAGE 417] sondern es geht meiner Meinung nach darum, möglichst lange zumindest teilweise zuhause sein zu können. Wer möchte denn in ein Heim? Wir möchten alle so lange wie möglich zuhause sein, und das betrifft immer mehr Menschen. Dieses Bedürfnis sollten wir decken, und darum braucht es diese Finanzierungslösungen für Misch- oder Zwischenformen. Die Minderheit beantragt zu Recht eine Pro-rata-Finanzierung für das betreute Wohnen. Das löst zwar nicht alle Probleme, ist aber ein erster wichtiger Schritt, um die bestehenden starren Strukturen langfristig aufzubrechen.

Ich bitte Sie, der Minderheit zu folgen.