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Graf Maya · Ständerat · 2025-06-05

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2025-06-05

Wortprotokoll

Ich würde gerne zum Thema Forschung replizieren, das von Herrn Germann und Kollege Michel angesprochen wurde.

Um ganz klar zu sein: Die Forschung, auch die Freisetzung gemäss Freisetzungsverordnung, ist erlaubt und wird seit 20 bis 25 Jahren in der Schweiz durchgeführt. Es ist eine teure Forschung. Es fliessen mehr finanzielle Mittel in die Gentech-Forschung und die neuen Verfahren als in die konventionelle Pflanzenzüchtung - einfach, dass das einmal gesagt ist. Es ist aber so, dass diese Laborpflanzen bei der Freisetzung oft nicht das bringen, was man von ihnen erwartet. Im Labor konstruierte Pflanzen sind eine grosse Herausforderung. Herr Kollege Hegglin hat zu Recht gesagt: Die Pflanzen haben in der Umwelt bzw. im Ökosystem nicht das gebracht, was man von ihnen erwartet hat. Deshalb gibt es heute weltweit nur fünf bis zehn kommerziell freigegebene Sorten. Eine Pflanze zu züchten, ist nicht das Gleiche, wie ein Haus aus Legobausteinen zu bauen. Die Pflanze muss im Rahmen des gesamten Ökosystems und der Nützlinge, Schädlinge, Bodenpilze usw. den gewünschten Ertrag bringen und die Eigenschaften haben, die man erwartet und die uns weiterbringen. Die Forschung geht weiter, und das ist ganz wichtig.

Ich möchte Sie bitten, dass wir die nächste Gesetzesarbeit sorgfältig angehen. Sie muss sorgfältig gemacht werden, auch für die neuen gentechnischen Pflanzenzüchtungsverfahren. Auch diese haben langfristige Auswirkungen bei der Ausbringung in die Umwelt. Kollege Hegglin hat es gesagt: Was einmal in der Umwelt ist, kann nicht mehr zurückgerufen werden. Wir sehen das heute bei verschiedenen chemischen Stoffen. Es braucht auch ein gutes System zur Überwachung, Nachverfolgbarkeit und Kennzeichnung der Warenflusskontrolle - vom Acker bis zum Teller -, damit wir unsere[NB]heute[NB]erfolgreiche gentechfreie Landwirtschaft nicht gefährden.

Die Schweizer Landwirtschaft ist erfolgreich. Sie profitiert davon, dass sie naturnah und gentechfrei ist und das Tierwohl hochhält. Dasselbe gilt für die EU. Es ist nicht so, dass in der EU schon neue gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Wir brauchen auch hier eine Abstimmung mit dem politischen Prozess in der EU; Herr Bundesrat Rösti wird dies sicher noch erläutern. Im Hinblick auf das Landwirtschaftsabkommen ist es wichtig, dass wir hier im Gleichschritt gehen. Das braucht Zeit. Wir haben jetzt einen Zeitplan für die neuen gentechnischen Pflanzenzüchtungsmethoden und wissen, wann das Gesetz kommen soll. Wir sollten dabei sorgfältig vorgehen, vor allem im Interesse unserer erfolgreichen Landwirtschaft und Lebensmittelbranche, die diese Sicherheit braucht.

Vielen Dank, dass Sie die Mehrheit unterstützen.