Rieder Beat · Ständerat · 2025-06-10
Rieder Beat · Ständerat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-10
Wortprotokoll
Ich stamme aus dem Lötschental und wohne dort, seitdem ich geboren bin. Ich bin beauftragt, Ihnen zu danken, im Namen der Bevölkerung von Blatten und Ried und im Namen der Bevölkerung des Lötschentals. Ich danke dem Bundesrat und dem Schweizer Parlament für die vielfältigen Bekundungen der Sympathie und die beantragte Soforthilfe. Besonders danke ich dem Ratspräsidenten für seine Erklärung im Namen des Parlamentes zu Beginn der Sommersession 2025. Ich sage es Ihnen gerne, besonders berührt hat mich heute Nachmittag die Übergabe eines Cheques, eines "assegno di donazione", der Gemeinde Bregaglia. Wieso hat mich das besonders berührt? Weil diese Gemeinde, das Dorf Bondo, vor Kurzem ja selbst von einem ähnlichen Ereignis getroffen wurde. Das zeigt die Solidarität und die Werte in der Schweiz auf. Selbst die schwächsten Gemeinden sind bereit, den anderen Schwachen zu helfen, so wie die Kantone, die Gemeinden und vielfältige private Spender, die Blatten jetzt unterstützen. Besten Dank all diesen Organen und Spendern.
Sie, Herr Bundesrat, waren am Tage der Katastrophe zusammen mit Bundesrat Pfister im Lötschental. Ihr Begleiter wurde evakuiert, als er Sie begleitete. Das Ereignis war voll im Gang, und Sie sind der Bevölkerung von Blatten zu Hilfe geeilt. Das wurde sehr geschätzt, weil die Bevölkerung von Blatten von Beginn der Katastrophe an gespürt hat, dass sie vom Bundesrat und vom schweizerischen Parlament gehalten wird. Zwei Tage später hat auch Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter das Lötschental besucht und sich ein Bild vom Schadensausmass machen können.
Nun, die Natur hat auch in der Schweiz ihre eigenen Gesetze, die für ein Gebirgstal wie das Lötschental manchmal schwer zu bewältigen sind. Das Lötschental ist katastrophenerprobt und gewohnt, solche Katastrophen abzuwickeln. Aber wir hatten glücklicherweise bis anhin noch kein Jahrtausendereignis. Es ist eine besonders schwere Last, die das Lötschental jetzt zu tragen hat. Es ist für die Bevölkerung von Blatten ein schwerer Verlust. Sie müssen sich vorstellen: Die Kirche, der Friedhof, das Gemeindehaus, das Schulhaus, sämtliche Hotels, Restaurants und Betriebe, jahrhundertealte Gebäude, Gebäude aus dem 15.[NB]Jahrhundert - alles wurde ausradiert. Für die Anwälte und Notare unter Ihnen: Sogar der Baugrund ist weg, nur mehr nackter Fels. Und das ist schwer erträglich.
Der grösstmögliche Verlust blieb uns aber aufgrund der hervorragenden Arbeit der Einsatzkräfte, der Evakuationsbehörden des Kantons und des Bundes, erspart. Es wurde sehr viel in die Überwachung von Naturgefahren investiert. Ich danke auch diesen Fachspezialisten für ihre Arbeit und ihre Entscheide, so hart sie auch immer waren.
Die Bevölkerung von Blatten und die Bevölkerung des Lötschentals übergeben Ihnen folgende Botschaft: Wir müssen mit Naturkatastrophen leben, wir können mit diesen Naturkatastrophen leben, und wir wollen auch mit diesen Naturkatastrophen leben, auch wenn es seit den Aufzeichnungen über unser Tal, über unsere Geschichte nie ein solches Naturereignis gab. Für die Überwindung eines Jahrtausendereignisses brauchen wir Ihre aller Hilfe. Diese das Lötschental für immer prägende Katastrophe ist eine Marathonherausforderung und kein Sprint. Besonders schwer erträglich ist für uns die Suche nach der vermissten Person. Hoffen wir, dass die Einsatzkräfte sie finden. Und hier nun die Botschaft der Blattnerinnen und Blattner, die sie mir klar und unmissverständlich mitgegeben haben: "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um allen Bewohnern von Blatten und Ried eine neue Heimat in Blatten und im Lötschental aufzubauen."
Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, diesen Kredit zu unterstützen.