Z'graggen Heidi · Ständerat · 2025-06-17
Z'graggen Heidi · Ständerat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-17
Wortprotokoll
Ich nehme den Bericht der Kommission zur Kenntnis, obwohl ich bei der Einreichung der Motion noch gesagt habe, dass ich mich über eine wohlwollende Prüfung freuen würde. Ob das jetzt wohlwollend ist, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall bin ich ein bisschen enttäuscht und möchte eine Lanze für diese schöne Motion brechen, auf dass sie nicht in Schönheit sterbe. Ich finde sie nach wie vor sinnvoll, sie ist begrenzt und aus meiner Optik unterstützenswert, weil die Biodiversitätskrise real ist. Die Lösung kann eben nicht nur die Arbeiten in der Landwirtschaft oder in Schutzgebieten betreffen, sondern soll zunehmend auch im Siedlungsraum aufgenommen bzw. weiter vorangetrieben werden. Gerade dort, wo Menschen leben, arbeiten bzw. bauen, entstehen sehr viele kleine, auch[NB]kleinste[NB]Möglichkeiten,[NB]die Artenvielfalt konkret zu fördern, sei es mit einheimischen Hecken, sei es mit entsiegelten Flächen, renaturierten Teichen, Rasenflächen, die zu Biodiversitätswiesen werden, mit blühenden Gärten oder anderem.
Es ist in der Tat so, dass Privatpersonen, unsere Bürgerinnen und Bürger, die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner in unserem Land, sehr viel schon freiwillig und mit grossem Engagement machen. Es freut mich jedes Mal, wenn ich durch die Schweiz fahre und irgendwo eine solche Biodiversitätsinsel bei einem privaten Haus oder in einem privaten Garten sehe. Ich beantrage deshalb, dass wir dieses Engagement auch mit einem klar definierten Steuerabzug honorieren. Natürlich muss das der Bundesrat dann auch noch eingrenzen und ausformulieren, auch für Unternehmen. Ich zweifle in keiner Art und Weise daran, dass der Bundesrat das sehr intelligent machen würde und könnte.
Die Idee ist, dass es ähnlich sein soll wie bei Abzügen bezüglich energetischer Sanierungen, Spenden an gemeinnützige Organisationen und an Parteien, wie wir es jetzt gesehen haben. Es soll also keine pauschale Subvention sein, sondern es sollen tatsächlich belegbare Investitionen mit Wirkung auf die Biodiversität abzugsfähig werden. Es soll keine unkontrollierten Mitnahmeeffekte geben; das muss sicher beobachtet werden.
Ich bin der Meinung, dass es um Anerkennung geht, nicht um einen Luxus. Wer privat Lebensraum schafft, entlastet auch öffentliche Programme. Es geht um Gleichbehandlung: Wenn wir Unterhaltskosten, Energiemassnahmen, Spenden steuerlich abziehen können, warum dann nicht auch konkrete Massnahmen zum Schutz oder zur Erhöhung der Biodiversität, die wissenschaftlich klar Wirkung entfalten können? Es geht um die Zukunftsfähigkeit, und ich bitte Sie, diese Motion anzunehmen. Wer die Biodiversität fördern will, soll unbedingt auch Menschen mit einem Steuerabzug unterstützen, die freiwillig Verantwortung übernehmen.
Ich danke Ihnen, wenn Sie dieser Motion eine Chance geben.