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Burkart Thierry · Ständerat · 2025-06-18

Burkart Thierry · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2025-06-18

Wortprotokoll

Es ist keine Neuigkeit, wenn ich hier sage, dass künstliche Intelligenz, Blockchain, diese technologischen Entwicklungen unsere Lebensbereiche enorm verändern werden. Sämtliche Lebensbereiche sind davon betroffen, sei es die Gesellschaft, sei es die Wirtschaft, sei es die Technologie, seien es andere Bereiche unseres Zusammenlebens. Ein Teilaspekt dieser Entwicklungen betrifft den Strombedarf, der sich enorm entwickelt. Damit ist der Bedarf bezüglich der Anzahl und Leistungsfähigkeit von Rechenzentren verbunden. So hatten die Rechenzentren vor zehn Jahren eine Leistung von rund 10 Megawatt. Heute sind es bereits 500 Megawatt. Sam Altman, der Chef von Open AI, rechnet damit, dass schon in Kürze Rechenzentren mit Leistungen von 5 Gigawatt nötig sein werden.

Die Internationale Energieagentur hat errechnet, dass es in den Jahren 2022 bis 2026 in Bezug auf den Strombedarf der Rechenzentren einen damit verbundenen zusätzlichen Stromverbrauch von 80 Prozent geben wird. Das ist eine Steigerung von 620 auf 1050 Terawattstunden. Es gibt nun seit diesem Jahr einen neuen Bericht der Internationalen Energieagentur, der aussagt, dass bis 2030 nochmals mit einer Verdoppelung des entsprechenden Stromverbrauchs zu rechnen sei. Wir alle wissen, dass wir gerade mal am Anfang stehen.

Nun hat der Bundesrat auf meine Fragen, ich sage einmal, teilweise befriedigend geantwortet; ich bin also nicht nicht befriedigt, sondern nur teilweise befriedigt. Weshalb? Weil der Bundesrat immerhin in seiner Antwort festgestellt hat, dass es KI gibt und dass es Blockchain gibt. Das ist schon mal etwas. Aber darüber hinaus konnte er nicht wirklich zusätzliche Erkenntnisse liefern. Er verweist nämlich insbesondere im Zusammenhang mit dem enormen Strombedarf auf die Energieperspektiven 2050. Mit den Energieperspektiven 2050 bezieht er sich auf einen Bericht aus dem Jahre 2020. Dieser hat den Aspekt der Entwicklungen von KI und Blockchain noch in keiner Weise abgebildet. Ganz im Gegenteil, man bekommt, wenn man diesen Bericht liest, den Eindruck, dass die Klimaziele vor dem Ziel einer sicheren Energieversorgung der Schweiz stehen und dass man das Thema Energieversorgung an den Klimazielen ausgerichtet hat, und das mit sehr schönfärberischen Annahmen.

Diese Annahmen sind mittlerweile schon deutlich überholt, ungeachtet der Entwicklung von Blockchain und KI. Das sagt darüber hinaus entsprechend aus, dass wir vor einer Blackbox stehen. Selbst bei den Annahmen, die damals getroffen wurden, stellen wir hier in der Politik fest, dass wir händeringend um jede zusätzliche Terawattstunde Stromproduktion in unserem Land kämpfen. Wir hatten auch in dieser Session Themen wie die Stromreserve und den Beschleunigungserlass. Wir stellen fest, wie schwierig es ist, überhaupt eine zusätzliche Stromversorgungssicherheit für die Zukunft zu erlangen. Selbst mit diesen Annahmen, die sehr optimistisch waren, selbst mit Annahmen, die die Entwicklungen gerade in den neuen Technologien noch überhaupt nicht perzipiert haben, stellen wir fest, dass die Frage der Energieversorgungssicherheit der Zukunft, der Stromversorgungssicherheit im Speziellen, in keiner Weise gelöst ist.

Diese Entwicklungen erfolgen, wie gesagt, galoppierend. Wir tun daher gut daran, wenn wir den zusätzlichen Strombedarf von KI und Blockchain, weil er derart gross sein wird, rechtzeitig in der Politik zur Kenntnis nehmen. Wir tun gut daran, wenn wir entsprechende Prognosen erstellen. Wir[NB]tun[NB]gut[NB]daran,[NB]wenn wir diese Prognosen ganzheitlich in die Energieversorgungsprognosen einweben und dann die politischen Massnahmen darauf abstützen. Das tut dringend not.

Ich danke dem Bundesrat für sein heutiges Interview, das er gegeben hat. Ich danke, dass er auch darauf hingewiesen hat, dass selbst ohne diesen Aspekt von Blockchain und KI die Energieversorgungssicherheit der Zukunft nicht gelöst sein werde. Das zeigt umso mehr, dass wir die Augen öffnen müssen, dass es angesichts der Langfristigkeit der Planungen und Umsetzungen fünf vor zwölf ist und wir gut daran tun, eine ehrliche Debatte darüber zu führen.

Ich danke für die Kenntnisnahme meiner Aussagen zu diesen neuen Entwicklungen und hoffe sehr, dass dieser Aspekt [PAGE 642] im für Ende dieses Jahres in Aussicht gestellten Bericht eine wesentliche Rolle spielen wird.

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