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Graf Maya · Ständerat · 2025-06-18

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2025-06-18

Wortprotokoll

Ich möchte mich zuerst bei Ihnen, Herr Bundesrat, herzlich für die ausführliche Beantwortung meiner Interpellation respektive der vielen Fragen zur Umsetzung der Strategie Pflanzenzüchtung 2050 bedanken. Die Strategie Pflanzenzüchtung 2050 bildet seit 2016 den Rahmen für die Unterstützung der Pflanzenzüchtung in der Schweiz. Sie ist für die Erreichung der Ziele unserer Landwirtschafts- und Ernährungspolitik zentral. Die Ziele sind in der Strategie beschrieben, und sie wurden in der Zwischenzeit durch unsere Agrarpolitik 2022 plus, den Aktionsplan und den Absenkpfad Pflanzenschutzmittel sowie die Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050 angepasst. Ich möchte betonen, dass das eine wirklich sehr umfassende und gute Strategie ist. Wichtig ist: Auch die Schweizer Biozüchtung wurde dadurch gestärkt. Sie muss auch weiter gestärkt werden, denn sie ist international sehr gut aufgestellt und vernetzt. Beispielsweise wird Brotgetreide aus Schweizer Biosaatgut bis weit nach Deutschland hinein angebaut. [PAGE 681]

Die Zuchtziele wie Robustheit, Ressourceneffizienz und Klimaanpassung werden auch für andere Produktionssysteme immer wichtiger. Das heisst, biologisch gezüchtete Sorten kommen vermehrt auch in der IP-Produktion und im konventionellen Anbau zum Einsatz, weil sie sich eben bewähren.

Die wichtigen Akteure im Bereich Forschung, Züchtung und Sortenprüfung sind sehr vielfältig. Agroscope, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau, private Züchterfirmen wie z.[NB]B. Delley Samen und Pflanzen AG und Branchenorganisationen arbeiten zusammen. Auch der Bund trägt dazu bei, er bezahlt einen Teil der Züchtung, aber der ganz grosse Anteil wird von Privaten oder Stiftungen getragen. Um für die Schweizer Forschungs- und Züchtungslandschaft die Folgen der aktuellen Entwicklung in der Pflanzenzüchtung und -forschung abschätzen zu können, ist eine Analyse wirklich nötig.

Ich möchte Sie - wobei ich mich für Ihre Antworten in Bezug auf den kurz-, mittel- und langfristigen Zeitraum bedanke - gerne fragen, geschätzter Herr Bundesrat: Können Sie mir sagen, ob Sie vom Bund her bereit sind, noch mehr in die Pflanzenzüchtung zu investieren? Es geht nicht nur um die biologische, es geht vor allem auch um die konventionelle Pflanzenzüchtung und um die ganze Branche. Hier sehen wir nämlich, dass eine grosse Vielfalt an Projekten vorhanden ist. Die Rückmeldung lautet immer wieder, dass eigentlich viel mehr Züchtungsarbeit geleistet werden könnte, aber die finanziellen Mittel dafür fehlen. Das habe ich auch bei der Stellungnahme gesehen. Ich möchte dazu vor allem noch eine Frage stellen: Sie haben auf die Frage 5 geantwortet, dass bei Aufrufen zur Unterstützung von Züchtungsprojekten die Beteiligung des Bundes maximal 75 Prozent der Kosten betrug. Es ist aber so, dass es nach Informationen aus den Züchterkreisen eine Senkung gegeben hat und die Beteiligung des Bundes heute nur noch 50 Prozent beträgt. Wie sieht die Situation diesbezüglich aus, und wie sieht es mit der Finanzierung in der Zukunft aus? Wird die Züchtungsarbeit in der Schweiz weiterhin vom Bund unterstützt, ist geplant, diese zu erhöhen? Denn wir müssen doch feststellen, dass durch den Bund insgesamt mehr in Züchtung oder Forschung für gentechnisch veränderte Züchtungsverfahren gesteckt wird als in die biologische oder konventionelle Züchtung, und dieses Verhältnis dürfte eigentlich nicht sein.