Durrer-Knobel Regina · Nationalrat · 2025-09-23
Durrer-Knobel Regina · Nationalrat · Nidwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-09-23
Wortprotokoll
Das Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) schafft die Grundlagen für die Koordination der Hochschulpolitik und regelt unter anderem die Zulassungskriterien zu den Fachhochschulen. In diesem Zusammenhang soll der Begriff "Rektorenkonferenz" durch den Begriff "Konferenz der Rektorinnen und Rektoren" ersetzt werden. Zudem sollen neu in Artikel 25a HFKG praxisintegrierte Bachelorstudiengänge (Pibs) verstetigt werden.
Um was geht es? Um an einer Fachhochschule aufgenommen zu werden, müssen die Jugendlichen entweder eine Berufsmatura in der entsprechenden Fachrichtung haben oder nach der gymnasialen Matura ein einjähriges Praktikum absolvieren, bevor sie mit dem Studium beginnen können. Um dem Fachkräftemangel insbesondere im Mint-Bereich vorzubeugen, wurden im Rahmen der Fachkräfte-Initiative vor rund zehn Jahren befristet die Pibs eingeführt. Diese Studiengänge dauern nicht drei, sondern vier Jahre. Während diesen vier Jahren arbeiten die Studierenden 40 Prozent in einem fachnahen Praktikumsbetrieb. Das Angebot richtet sich explizit an Maturandinnen, Maturanden oder Jugendliche mit einer Berufsmatura in einem nicht technischen Bereich. Diese praxisintegrierten Bachelorstudiengänge sind somit eine Alternative zu den herkömmlichen Studiengängen.
In der Zwischenzeit haben rund 500 Studierende von diesem Angebot Gebrauch gemacht und es überwiegend positiv bewertet. Sowohl die Studierenden als auch die Praktikumsbetriebe sehen die Chancen und Vorteile dieses zusätzlichen Studienangebots. Auch konnte ein etwas höherer Frauenanteil unter den Studierenden festgestellt werden. Aber das Hauptziel, mehr Jugendliche für den Mint-Bereich zu begeistern, konnte nicht erreicht werden. Trotzdem möchte der Bundesrat das Angebot verstetigen und ins HFKG aufnehmen. Bisher waren diese innovativen Studiengänge nur auf Verordnungsstufe geregelt, da sie sich noch in der Pilotphase befanden. Der Bundesrat möchte weiterhin an seiner Strategie zur Minderung des Fachkräftemangels festhalten.
Die WBK-N ist grossmehrheitlich von der positiven Wirkung dieses Ausbildungsmodells überzeugt und beantragt daher mit 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Gesetzesänderung anzunehmen. Die Minderheit Riem sieht aufgrund dessen, dass das Ziel, mehr Jugendliche für einen Studiengang im Mint-Bereich zu gewinnen, nicht erreicht wurde, keinen Grund, dieses Angebot zu verstetigen. Sie befürchtet, dass mit einem zusätzlichen Angebot für Maturandinnen und Maturanden die Berufsbildung geschwächt wird. Diese Befürchtung konnte aber in der Evaluation des Pilotprojekts nicht bestätigt werden.
Die Mehrheit der Kommission sieht in den Pibs keine Konkurrenz, sondern ein zusätzliches Angebot zur Steigerung der Attraktivität der Mint-Studiengänge. Deswegen empfiehlt Ihnen die Kommissionsmehrheit, die Änderungen im Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz anzunehmen.