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Weichelt Manuela · Nationalrat · 2025-09-24

Weichelt Manuela · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2025-09-24

Wortprotokoll

Die Motion Müller Damian fordert, die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) mit den Schlafstörungen zu ergänzen. Warum dies? Ein guter Schlaf ist zusammen mit Bewegung, Ernährung und sozialer Eingebundenheit eine der wichtigsten Säulen für unsere Gesundheit. Was sind die wirtschaftlichen Kosten von Schlafstörungen? Bei Schlafstörungen ist mit 11 bis 18 Tagen Abwesenheit vom Arbeitsplatz zu rechnen. Weiter ist mit 39 bis 45 Tagen "Präsentismus" zu rechnen, das heisst: Die Betroffenen sind zwar am Arbeitsplatz präsent, dies aber mit verminderter Produktivität. Zusammen kann, gemäss den Studien, mit etwa 44 bis 54 Arbeitstagen Produktivitätsverlust gerechnet werden.[NB]Dies[NB]wiederum[NB]entspricht einem geschätzten Verlust im jährlichen BIP der Schweiz von ungefähr 10,1 Milliarden Franken.

Das ist viel. Kein Wunder, kommt der Antrag von der angeblichen Wirtschaftspartei, die sich um den Produktivitätsverlust und hoffentlich auch um die betroffenen Menschen sorgt. Ein gesunder Schlaf verbessert unsere Erholung, Regeneration und Resilienz, unterstützt das Immun- und Verdauungssystem und garantiert eine optimale geistige und körperliche Fitness. Jede dritte Person in der Schweiz hat einen gestörten Schlaf und damit ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Adipositas, Demenz und Alzheimer, Schlaganfall, Diabetes, Depressionen, Ängste und Erschöpfung.

Während Bewegung und Ernährung unseren Schlaf verbessern können, betonen aktuelle Studien zusätzlich die ursächliche Rolle des Schlafs. So können Schlafverlängerungen die Aufnahme von und den Appetit auf Zucker reduzieren sowie die Leistung bei Sportlerinnen und Sportlern verbessern, während eine verbesserte Schlafqualität Depressionen und Ängste signifikant reduziert. Jugendliche zeigen aktuell einen besonderen Anstieg an Schlafstörungen, der mit einem Anstieg an mentaler Belastung einhergeht. In der vulnerablen Phase des Jugendalters wird das individuelle Schlafbedürfnis meist nicht erfüllt. Gründe dafür sind vielseitig, auf sie gehe ich nicht ein. Konkrete Ansatzpunkte für die Schlafverbesserung sind daher Aufklärung und Sensibilisierung der Jugendlichen und Eltern für die gesundheits- und leistungssteigernde Funktion des Schlafs, das Aufzeigen der Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung und psychischer Gesundheit, aber auch systemische Ansätze wie ein späterer Schulstart, die Sensibilisierung von Lehrkräften und die Schaffung von passenden schlafförderlichen Freizeitaktivitäten.

Eine bessere Früherkennung und Behandlung von Schlafstörungen ist essenziell. Gut ist, dass wir in der Schweiz eine NCD-Strategie haben. Schlecht ist, dass der Schlaf nicht Bestandteil dieser Strategie ist. In der Schweiz leiden 2,2 Millionen Menschen an nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch gut ist, dass das Parlament die Problematik erkannt hat. Es gibt eine parlamentarische Gruppe NCD mit einem Copräsidium bestehend aus Bettina Balmer, Johanna Gapany, Christian Lohr, Flavia Wasserfallen und mir sowie zahlreichen Mitgliedern aus dem Ständerat und dem Nationalrat.

Besten Dank für die Unterstützung der Motion Müller Damian. Der Schlaf gehört neben Ernährung, Bewegung und Sozialleben zu den vier grossen Säulen der Gesundheit und soll in die NCD-Strategie aufgenommen werden. Im Ständerat wurde die Motion mit 23 zu 13 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.