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Lohr Christian · Nationalrat · 2025-12-01

Lohr Christian · Nationalrat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-01

Wortprotokoll

Meine Motion verlangt, dass der Bundesrat beauftragt werden soll, in Koordination mit den Kantonen und den Gesundheitspartnern Massnahmen auszuarbeiten, um HPV-bedingte Krebserkrankungen zu eliminieren. Humane Papillomaviren (HPV) verursachen die häufigste sexuell übertragbare Infektion. 85 bis 90 Prozent aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens. [PAGE 1958] HPV können Krebs oder Genitalwarzen verursachen. Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste Krebsart, die durch eine HPV-Infektion verursacht wird.

Im Durchschnitt erkrankt in der Schweiz mehr als eine Person pro Tag an HPV-bedingtem Krebs, und alle drei Tage stirbt eine Person daran. Drücken wir es in absoluten Zahlen aus: In der Schweiz gibt es jedes Jahr ungefähr 670 HPV-bedingte Krebsfälle, Tendenz steigend. In unserem Land haben wir jährlich 200 Todesfälle durch HPV-bedingte Krebserkrankungen. Und schliesslich stellt man bei uns in jedem Jahr auch 2400 hochgradige Krebsvorstufen am Gebärmutterhals fest, die das Risiko für verminderte Fruchtbarkeit und Fehlgeburten erhöhen.

Viele Länder sowie die WHO und der Europarat verfolgen das Ziel der Eliminierung von HPV-assoziierten Krebserkrankungen. Der Europäische Krebsplan will bis 2030 bei Mädchen eine Durchimpfungsrate von 90 Prozent erreichen. In der Schweiz, in den Kantonen stellen wir eine Impfquote von 70 Prozent bei Mädchen und von 54 Prozent bei Jungen fest. Das ist ein erheblicher Unterschied, und das sind schlechte Raten.

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) stimmte im April 2024 dafür, das Durchimpfungsziel auf 90 Prozent zu erhöhen, um die Basis für die Eliminierung von HPV-bedingtem Krebs zu schaffen. Je höher die Impfrate wird, umso wichtiger wird es, den sensitivsten Screening-Test zu benutzen.

Obwohl HPV in verschiedenen Programmen aufgenommen wurden, gibt es nur wenige konkrete Massnahmen. Ausserdem sind diese Programme kaum koordiniert, und ihre Ergebnisse sind unzureichend. Ein nationales Ziel zur Eliminierung von HPV-bedingtem Krebs könnte die nötige Priorisierung bringen. Der Bundesrat soll deshalb beauftragt werden, in Koordination mit den Kantonen und den Gesundheitspartnern eine Strategie mit zielgerichteten Massnahmen für HPV-bedingte Krebserkrankungen auszuarbeiten.

Geben wir den jungen Menschen eine Chance, gesund zu leben. Wir tragen Verantwortung dafür und können diese heute wahrnehmen. Eine Verbesserung der Aufklärung und des Bewusstseins bezüglich HPV in der Bevölkerung kann und muss einen Teil dazu beitragen. Die Ziele und Massnahmen, die ich anspreche, könnten unter anderem in das Naps, in den nationalen Krebsplan sowie in die kantonalen Impfprogramme integriert werden.

Ich möchte Sie ermuntern, meine Motion zu unterstützen.

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