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Zopfi Mathias · Ständerat · 2025-12-03

Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2025-12-03

Wortprotokoll

Ich bitte Sie, diese Motion abzulehnen. Ich gehöre zu den wahrscheinlich wenigsten hier, die früher die Taschenmunition zuhause hatten, sie dann abgegeben haben und sie wieder nachhause nehmen müssten, wenn es wieder geändert würde. Die meisten heutigen Angehörigen der Armee hatten die Taschenmunition nie zuhause, und auch ihre Partnerinnen und Partner zuhause waren nie damit konfrontiert. Ich selbst habe kein Problem damit, ich habe seit meinem 16.[NB]Lebensjahr eine Waffe zuhause. Ich glaube aber, dass die Annahme dieser Motion schlicht keinen Sinn macht. Ich unterstelle der Mehrheit auch keine falsche Intention. Es ist anzuerkennen, dass man diesen Schritt aufgrund der Sicherheitslage tun will. Aber gerade weil es ein sehr emotionales Thema ist, lohnt es sich eben, genau zu schauen, was für einen Nutzen es bringt und was die Argumente wirklich sind.

Ich erinnere Sie daran, der Sprecher der Minderheit hat es bereits gesagt: 2007 wurde die Taschenmunition eingezogen. Das wurde beschlossen. Es war damals eigentlich ein Kompromiss zwischen jenen, die die Waffe im Zeughaus deponiert haben wollten, und jenen, die fanden, dass das nicht[NB]nötig[NB]sei. Man hat sich dann quasi auf die Munition geeinigt.

In der Kommission wurde mir gesagt, ich hätte ein bisschen emotional gesprochen. Das Thema ist vielleicht auch emotional, aber ich zitiere jetzt, um es nicht mit meinen eigenen Worten zu sagen, einen Vorvorgänger von mir, den leider zu früh verstorbenen Glarner Ständerat This Jenny. Er sagte am 20.[NB]Juni 2007 im Ständerat: "Aus einem völlig falsch verstandenen Stolz heraus werden längst überholte Traditionen hochgehalten. Hier darf wirklich mit Fug und Recht behauptet werden: Die Zeit ist stehengeblieben. [...] Der absolute Höhepunkt für mich war jedoch die Aussage, die Taschenmunition sei als Demonstration des Wehrwillens und Ausdruck des Vertrauensverhältnisses zwischen Bürger und Staat zu werten. Also [...] wegen 24 Patronen - ob sie nun zu Hause aufbewahrt werden oder nicht - wird doch der Wehrwille nicht infrage gestellt! Vor dem Hintergrund, dass zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und Familiendramen nun wirklich ein direkter Zusammenhang besteht, sind das nicht akzeptierbare Aussagen. Warum wollen wir nicht wahrhaben, dass allein letztes Jahr in der Schweiz mindestens 18 Menschen durch Schusswaffen ums Leben gekommen sind? Bei über der Hälfte dieser Dramen ist die Tatwaffe zu Hause vorhanden gewesen. Die Opfer - auch das ist leider eine Tatsache - sind vor allem Jugendliche unter 16 Jahren und Frauen. Die Täter sind praktisch ausnahmslos Männer. [...] Man kann es nun wirklich drehen und wenden, wie man will: Diese Familiendramen können nicht mit dem Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Staat gerechtfertigt werden." (AB 2007 S 599)

Was habe ich diesem Zitat meines Vorvorgängers hinzuzufügen? [PAGE 1170]

1.[NB]Heute enthält eine Packung Taschenmunition 50 Patronen und nicht 24.

2.[NB]Männer sind nicht nur Täter. Gerade bei den Suiziden sind die Opfer oft junge Männer. Sie sind jene, die sich mit der Waffe umbringen. Und die Zahl dieser Suizide ist signifikant gesunken, seit die Taschenmunition nicht mehr abgegeben wird.

3.[NB]Mein Vorvorredner hat hier vom Vertrauensbeweis gesprochen. Die Kommissionsmehrheit spricht auch davon, wie Sie im Kommissionsbericht lesen können, aber auch von der Sicherheitslage. Und jetzt frage ich Sie: Können wir Cyberattacken mit der Taschenmunition abwehren? Können wir mit ihr Desinformationen begegnen oder Sabotage verhindern? Nein, das können wir nicht.

Deshalb sage ich sinngemäss mit den Worten meines Vorvorgängers: Diese Motion ist abzulehnen.