Würth Benedikt · Ständerat · 2025-12-04
Würth Benedikt · Ständerat · St. Gallen · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-04
Wortprotokoll
Ich glaube, Herr Maillard hat einige wichtige Punkte angesprochen. Dem Weinbau geht es wirklich schlecht. Man muss anfügen, dass es nicht nur ein schweizerisches Problem, eine schweizerische Herausforderung ist. Es ist in ganz Europa ein grosses Problem. Teilweise ist die Situation sogar noch dramatischer, es müssen Flächen[NB]reduziert werden. Die Nachfrage nimmt ab, entsprechend haben die Anbieterinnen und Anbieter natürlich ein Problem.
Wir haben in der Finanzkommission einlässlich darüber diskutiert, wie man auf eine solche Situation reagieren soll. Ich glaube, der Ansatz, der von der Finanzkommission gewählt wurde, ist gut. Man muss den Strukturwandel nicht verhindern, man muss ihn unterstützen. Unsere Position knüpft bei den Strukturhilfen an. Dort haben wir auch eine landwirtschaftsgesetzliche Grundlage, die man anwenden kann. In diesem Sinne müssen die Überlegungen hier weitergehen.
Was aber nicht geht - das wurde jetzt angedeutet -, ist, dass man wieder in die alte Welt zurückkehrt und Importkontingentszuteilungen macht, die an die Inlandproduktionsleistung anknüpfen, oder sogar einen Inlandanteil beim Weinhandel verlangt usw. Das führt zu nichts. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir die Quantitäten reduzieren müssen. Wir müssen aber auch schauen, dass wir den Schweizer Wein für den Export besser positionieren können. Die Exportquote des Schweizer Weins ist im tiefen einstelligen Prozentbereich, das ist auch ein Thema. Und wir müssen konsequent auf die Qualität setzen, der Gruyère wurde angesprochen. Es führt kein Weg daran vorbei.
In diesem Sinne bin ich auch der Meinung, dass die öffentliche Hand dazu Möglichkeiten und Instrumente hat. Aber sie müssen meines Erachtens ordnungspolitisch schon in der richtigen Piste eingesetzt werden. Ansonsten schafft man Kollateralschäden, z.[NB]B. bei anderen Produzenten oder bei anderen Elementen der Wertschöpfungskette. Ich meine, wir können ja nicht quasi die Produktion stützen und gleichzeitig Teile des Handels zerstören. Und hier stehen wir vor schwierigen Problemen. Herr Maillard hat ja auch nicht fertige Lösungen skizziert, darum geht es in diesem Rahmen auch nicht, sondern es geht um eine Auslegeordnung. Es bleibt anspruchsvoll, aber ich glaube, wir müssen zusammen mit den Kantonen den Strukturwandel unterstützen. Den Strukturwandel zu verhindern, führt immer zu noch mehr Problemen. Das bringt letztlich nichts.
Ich bitte Sie, von dieser Interpellationsantwort Kenntnis zu nehmen. Ich finde es gut, dass das jetzt auf den Tisch des Hauses gekommen ist.