Farinelli Alex · Nationalrat · 2025-12-08
Farinelli Alex · Nationalrat · Tessin · FDP-Liberale Fraktion · 2025-12-08
Wortprotokoll
Ich spreche hier im Namen der Minderheit der Finanzkommission, die sich gegen die zusätzliche Kürzung von über 5 Millionen Franken bei Agroscope ausgesprochen hat.
Agroscope ist keine klassische Bundeseinheit, sondern das wichtigste Forschungszentrum der Schweiz im Bereich Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Es erfüllt gesetzliche Aufgaben, unterstützt Vollzugsstellen und Betriebe mit wissenschaftlicher Expertise, und das in über vierzig thematischen Programmen. Der beantragte Kürzungsbetrag mag relativ klein erscheinen, aber die Auswirkungen wären strukturell und langfristig. Agroscope hat bereits 2025 rund dreissig Vollzeitstellen gestrichen, die mit Bundesmitteln finanziert waren. In den vergangenen Jahren war Agroscope, wie alle Verwaltungseinheiten, auch von den generellen Querschnittkürzungen betroffen. Es ist also nicht so, dass dort nichts passiert wäre. Weitere Einschnitte gefährden die Umsetzung des neuen Arbeitsprogramms 2029, das unter anderem Beiträge für die Lebensmittelsicherheit und die Biodiversität enthält. Hinzu kommt, dass die offizielle Personalstatistik nur das sogenannte Stammpersonal zeigt - bei Agroscope arbeiten rund 20 Prozent der Mitarbeitenden auf Drittmittelbasis. Diese Flexibilität ist für die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Forschungsinstitutionen entscheidend.
Fazit: Es geht nicht darum, Agroscope von Sparbemühungen auszunehmen, sondern darum, verhältnismässig und differenziert vorzugehen.
Meine Minderheit bittet Sie deshalb, diese zusätzliche Kürzung abzulehnen.