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Bürgin Yvonne · Nationalrat · 2025-12-08

Bürgin Yvonne · Nationalrat · Zürich · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-08

Wortprotokoll

Mein Minderheitsantrag betrifft die Finanzhilfen an die Familienorganisationen für die Vertragsperiode 2026-2029, konkret die Erhöhung von 2,8 auf 4 Millionen Franken jährlich. Bei diesen zusätzlichen 1,2 Millionen Franken handelt es sich um einen Beitrag, der für den Bundeshaushalt von geringer, für die Familien in unserem Land jedoch von enormer Bedeutung ist. Gerade sie müssen immer wieder um jeden Rappen kämpfen. Da ist es kein Wunder, dass die Kinderzahl seit Jahren sinkt.

Es geht um Angebote, die seit Langem wirken, entlasten und stabilisieren: frühe Förderung, Beratung in belastenden Situationen, Orientierung in Erziehungsfragen, Krisenbegleitung und niederschwellige Informationsangebote. Tausende Familien nutzen diese Leistungen täglich. Die Nachfrage steigt markant. Allein die Elternberatung bei Pro Juventute verzeichnete einen Zuwachs von 24 Prozent. Bewährte [PAGE 2144] Angebote kosten. Ohne die nötigen Mittel geraten funktionierende Organisationen in ihrer Existenz unter Druck. Es ist also genau wie beim Sport: Es braucht mehr Geld, um die erhöhte Nachfrage zu decken und bewährte Angebote weiterhin anbieten zu können.

Als Finanzpolitikerin sage ich klar: Auch ich will sparen. Aber hier geht es nicht um Luxus, sondern um eine Investition, die sich mehrfach auszahlt. Wer hier kürzt, spart nicht; er verschiebt Kosten in den Gesundheits- und Sozialbereich. Denn Prävention ist günstiger als Intervention. Studien zeigen, dass jeder investierte Franken ein Mehrfaches an Nutzen bringt, bei der frühen Förderung in einem Verhältnis von bis zu eins zu acht.

Diese Organisationen arbeiten zudem hocheffizient. Der Bund übernimmt maximal 50 Prozent, der Rest wird privat finanziert. Jeder Bundesfranken löst also zusätzliche Mittel aus, ohne Doppelspurigkeiten und mit hoher Wirkung.

Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir den Verlust funktionierender Strukturen und Netzwerke sowie von Fachpersonen und lassen Familien in schwierigen Situationen allein. Das wäre weder sozial- noch finanzpolitisch klug. Heute entscheiden wir, ob wir Familien den Rücken stärken oder ein bewährtes subsidiäres System schrittweise schwächen. Die Schweiz lebt von starken Familien. Eine zukunftsfähige Schweiz darf nicht bei diesen sparen.

Ich bitte Sie deshalb, meinen Minderheitsantrag und somit die Aufstockung um 1,2 Millionen Franken zu unterstützen.