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Zybach Ursula · Nationalrat · 2025-12-09

Zybach Ursula · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-12-09

Wortprotokoll

Gemäss Sorgenbarometer äussert die Hälfte der Befragten Besorgnis über Gesundheitsfragen. Es sind dies insbesondere Themen wie die [PAGE 2171] Krankenversicherung und die Prämienlast. Dass diese Sorgen stärker werden, hat auch damit zu tun, dass die Prämien steigen. Mit meinen drei Minderheitsanträgen können wir gezielt darauf Einfluss nehmen. Die Forderungen dieser drei Minderheiten sind zusammen beitragsmässig gleich hoch wie die beantragten zusätzlichen Mittel zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit oder für die Strukturverbesserung des Weinbaus. Doch, und das ist der grosse Unterschied, diese Massnahmen dienen der gesamten Bevölkerung.

Meine Minderheit III sieht 1 Million Franken für die Prävention im Suchtbereich vor. Mit der Crack-Krise steht die Schweiz vor so grossen Herausforderungen wie nie mehr seit den 1990er-Jahren; ich weiss nicht, ob Sie die Bilder aus den 1990er-Jahren noch im Kopf haben. Die Gemeinden und Städte müssen aktuell alleine damit fertigwerden, denn das BAG hat die Mittel nicht, um eben wie früher, wie in den 1990er-Jahren, eine Führungs- und Koordinationsrolle zu übernehmen. Die Quasiabschaffung des Monitorings ist ein Blindflug; sie wissen gar nicht, wohin sie steuern sollen.

Der Substanzkonsum verursacht in der Schweiz jährlich 11[NB]000 vermeidbare Todesfälle. 11[NB]000, das entspricht - Sie können die Wappen da oben anschauen - einer der Städte in der Schweiz. Es geht um volkswirtschaftliche Kosten von 8 Milliarden Franken pro Jahr, um 8 Milliarden Franken, die wir wegen Suchterkrankungen ausgeben. Rund die Hälfte davon sind Gesundheitskosten, die hauptsächlich in den Kantonen und eben bei den Prämienzahlenden, das heisst bei uns allen, anfallen. Prävention und Suchthilfe reduzieren nachweislich Leid und Kosten, und jeder in die Prävention investierte Franken lohnt sich sowohl im Alkohol- wie auch im Tabakbereich. Im Bereich Alkohol entstehen 23 Franken weniger an indirekten Kosten, im Bereich Tabak 41 Franken weniger - ich weiss, dass man das nicht gerne hört, aber es ist so.

Im Bereich Sucht wurde bereits gekürzt; gestrichen wurden unter anderem zahlreiche Schulungen für Fachleute, Koordinationstreffen sowie Präventionsmaterial für Kantone. Grosse Präventionskampagnen wie zum Beispiel "Dry January" oder das Programm für Kinder von Eltern mit Suchterkrankungen sind indirekt auch gefährdet.

Ich komme zur Minderheit V, bei der es um 2 Millionen Franken zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten geht. Nichtübertragbare Krankheiten verursachen viel Leid und frühzeitige Todesfälle. Dem steht ein grosses Wissen über Massnahmen gegenüber, die ergriffen werden könnten, damit man eben nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen, zum Beispiel der Atemwege, erkrankt. Diese würden auch das Gesundheitssystem massiv entlasten, denn in der Schweiz gehen rund 80 Prozent der Gesundheitskosten auf solche nichtübertragbaren Krankheiten zurück. Zudem könnten durch gezielte Prävention und gesundheitsfördernde Lebensbedingungen zwei von fünf Todesfällen vermieden werden.

Ich habe viele Jahre in der Geschäftsleitung der Krebsliga Schweiz gearbeitet und greife deshalb spezifisch einige Zahlen zu Krebs heraus. Wir haben in der Schweiz jedes Jahr 48[NB]000 neue Krebsfälle, was nicht nur diese 48[NB]000 Personen betrifft, sondern auch ihre Familien, ihre Freunde. Die häufigsten vier Krebsarten sind Prostatakrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs. 17[NB]000 Menschen sterben in diesem Land jährlich an Krebs, viele davon sogenannt frühzeitig, das heisst, bevor sie 70 Jahre alt sind. Helfen wir mit, dass es weniger sind, die frühzeitig an Krebs sterben müssen. Rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen könnten durch die Umsetzung des zur Verfügung stehenden Wissens verhindert werden. Man müsste nichts Neues erforschen, man könnte einfach umsetzen. Krebs, aber auch alle anderen nichtübertragbaren Krankheiten haben ein sehr hohes Präventionspotenzial. Jeder in die Prävention investierte Franken spart zwei bis vier Franken an späteren Behandlungskosten - das ist ein klarer Gewinn für die Bevölkerung, für uns alle, für die Gesellschaft. Es ist mir zudem wichtig, dass man hier auch einen niederschwelligen Zugang gewährt, damit Bevölkerungsschichten mit einem erhöhten Risiko gezielt angegangen werden können.

Bei meiner Minderheit VI geht es um die Versorgungssicherheit und um 5 Millionen Franken. Ich glaube, Sie haben alle schon bemerkt, dass Arzneimittelengpässe in der letzten Zeit stark zugenommen haben und die Situation auf hohem Niveau angespannt bleibt. Die Engpässe treten insbesondere bei Generika auf, also bei Medikamenten, die günstiger sind und die wir eigentlich propagieren möchten. Die Engpässe betreffen somit die Grundversorgung vieler Patientinnen und Patienten. Der Bund hat bereits zahlreiche Massnahmen zur Vermeidung solcher Engpässe ergriffen, aber für die zeitnahe Umsetzung fehlen die nötigen Ressourcen. Es braucht Massnahmen zur Stärkung der Bundeskompetenzen, zur Früherkennung von Versorgungsstörungen, zur Risikobewertung, zur Produktionsabsicherung und zur Notfallvorsorge.

Ich bitte Sie, meinen drei Minderheiten zuzustimmen und damit eine Äquivalenz zu schaffen zu gestern. Gestern haben wir nämlich gesagt, dass uns Tiergesundheit wichtig ist und dass Landwirtschaft in diesem Land eine wichtige Rolle spielt. Stimmen Sie den drei Anträgen zu.

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