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Thalmann-Bieri Vroni · Nationalrat · 2025-12-10

Thalmann-Bieri Vroni · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-10

Wortprotokoll

So ein langer Initiativtitel - dieser Titel muss gekürzt werden, um die echten Ziele zu hören, denn der Teufel liegt im Detail. Darum nenne ich sie kurz und knapp die Vegan-Initiative.

Pflanzliche Ernährung, gekoppelt an Nachhaltigkeit und Klimaneutralität - diese Initiative muss die Bundesverfassung massiv abändern und braucht dazu ein Ständemehr. Es betrifft Artikel 104a, "Ernährungssicherheit". Dort heisst es zum Beispiel: "eine auf den Markt ausgerichtete und zugleich nachhaltige, klimabewusste Land- und Ernährungswirtschaft". Dabei sind wir heute schon sehr nachhaltig unterwegs, und unsere Nachhaltigkeits-Initiative "Keine 10-Millionen-Schweiz!" wird dazu den nächsten notwendigen Schritt bieten. Im Weiteren heisst es im Artikel: "Der Bund strebt einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent an" mit Förderung von vermehrt pflanzlichen Lebensmitteln und einer Ausrichtung auf eine pflanzliche Ernährungsweise, also fleischlos, ohne Rücksicht auf tierische Produkte.

Diese Ideologie wird heute schon gezielt verbreitet in Kitas, Schulmensas oder sogar in Berufsschulen oder Uni-Kantinen. Das ist absolut unverständlich, und man wehrt sich in den kantonalen Parlamenten schon heute dagegen. Das geht gar nicht. Mir schreibt niemand vor, was nachhaltig, klimaneutral oder gesund sein soll und was auf meinem Teller landet. Bei der Ernährung muss die Wahlfreiheit noch ein Grundrecht bleiben, sie ist keine Ideologie.

Wenn auf pflanzliche Lebensmittel Fördergelder verteilt werden und öffentliche Institutionen die vegane Ernährung ideologisch durchsetzen wollen, leiden der Fleischmarkt und die Verarbeiter zusehends. Stark betroffen sind vor allem die[NB]Berglandwirtschaft und deren Alpen. Das ist das Graslandgebiet, und es ist prädestiniert dafür, Rindfleisch, Kalbfleisch und Wurstfleisch und natürlich Käse, Joghurt, Hüttenkäse usw. zu produzieren. Die Annahme der Initiative verschlechtert auch die Biodiversität und die Bestockungen der Alpen, da die Weiden mit immer weniger Tieren gepflegt werden müssten. Das würde grosse Spuren in der heutigen Biodiversität hinterlassen.

Also: Ich esse gerne Fleisch, ich fliege nie freiwillig, ich bin von Natur aus und authentisch grün. Gerade deswegen bin ich immer nachhaltiger und klimaneutraler unterwegs als manch einer hier im Saal und vielleicht sogar besser, als es die Initiative bewirken will. [GZ]

Bitte lehnen Sie die Vegan-Initiative ab.