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Schnyder Markus · Nationalrat · 2025-12-10

Schnyder Markus · Nationalrat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-10

Wortprotokoll

Ich spreche heute zur "Vegan-Initiative" oder, wie sie offiziell etwas beschönigend bezeichnet wird, zur Ernährungs-Initiative. Ich empfehle Ihnen, diese ohne irgendwelche Gegenvorschläge zur Ablehnung zu empfehlen. Ich begründe das gleich, muss dazu aber eine Vorbemerkung machen.

Man muss den Initianten neidlos zugutehalten, dass sie den Initiativtext äusserst schön ausgestaltet haben. Ich denke, man kann ja wohl kaum dagegen sein, wenn jemand die Stärkung der Selbstversorgung, die Sicherung der Grundwasserressourcen und die Förderung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft fordert. Insbesondere die Erhöhung des Selbstversorgungsgrads dürfte wohl so manchem SVP-Wähler das Herz richtiggehend aufgehen lassen. Wenn ich aber den Inhalt und vor allem das Ziel der Initiative etwas genauer beleuchte, dann enden meine lobenden Worte ziemlich abrupt. Sie können sich nämlich Folgendes fragen: Weshalb passiert, wenn die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung - das ist ein Hauptziel dieser Initiative - mit so vielen Vorteilen verbunden wäre, das dann nicht bereits ohne Initiative? Die Antwort ist relativ einfach. Das hat nichts mit der Agrarlobby zu tun, sondern mit den Konsumenten, mit den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, die das einfach nicht wollen. Natürlich kann ich nicht für alle Menschen in diesem Land sprechen, aber ich glaube zu[NB]wissen,[NB]dass[NB]ganz[NB]viele[NB]Menschen in diesem Land sich nicht vorschreiben lassen wollen, was sie essen sollen und was nicht.

Bevor mir nun die Befürworter der Initiative vorwerfen, dass meine Aussage nicht stimme, denn mit der Initiative seien ja nach wie vor alle Formen der Ernährung zugelassen, muss ich ihnen entgegnen, dass mit der Initiative Augenwischerei betrieben wird. Sie kommt harmlos und sympathisch daher. Aber wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass alles andere als eine rein pflanzliche Ernährung dazu führt, dass die Forderungen der Initiative nicht erfüllt sind und somit faktisch eben doch nicht mehr ganz so frei entschieden werden kann, was man essen sollte und was nicht.

Gerne möchte ich zuhanden des Amtlichen Bulletins drei Punkte festhalten:

1.[NB]Mit der Argumentation der Initiative stellt man alle Landwirte in diesem Land unter Generalverdacht, sie würden unser Land vergiften und kaputt machen. Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil der Fall. Unsere Bauern sorgen Tag für Tag mit viel Hingabe und vielen Entbehrungen dafür, dass unser wertvolles Kulturland erhalten bleibt und qualitativ gute Lebensmittel vor Ort hergestellt werden können.

2.[NB]Wir müssen jedes Jahr ungefähr die Fläche der Stadt Luzern oder der Stadt St.[NB]Gallen zubetonieren, um die Zuwanderung abfangen zu können, und verlieren dabei gemäss unterschiedlichen Quellen jährlich über 2000 Hektar Kulturland. Da frage ich mich, ob die Initianten die Realität möglicherweise etwas verkennen. Der Selbstversorgungsgrad soll bei stark zunehmender Bevölkerung und abnehmender Kulturlandfläche zuerst erhöht und dann auf mindestens 70 Prozent gehalten werden. Wie das gehen soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft, die meistens nach rationalen Grundsätzen funktioniert.

3.[NB]Diese Initiative ist ein massiver Eingriff in die persönliche Freiheit der Menschen in diesem Land. Dass der Bundesrat, Anwesende ausgeschlossen, sich nicht vehement dagegen ausspricht und stattdessen nur darauf verweist, dass die Ziele zu ambitioniert seien, überrascht und enttäuscht mich gleichermassen, das muss ich zugeben.

Mit dieser Enttäuschung komme ich zum Abschluss und tue dies mit einem Zitat von Abraham Lincoln: "Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst." [GZ]

Lehnen Sie diese Initiative deutlich ab.