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Zopfi Mathias · Ständerat · 2025-12-18

Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2025-12-18

Wortprotokoll

Wir haben gestern gehört - ich glaube, es war Kollege Rieder, der das gesagt hat -, dass die Branchenorganisationen oder die betroffenen Kreise sich nur an einem Ort für einen Kompromiss ausgesprochen haben. Ich glaube, es war beim Gebäudeprogramm. Das stimmt fast, aber nicht ganz. Es gab ein paar weitere Akteure, die es auch getan haben. Es stimmt aber - wir haben gestern Abend im kleinen Kreis noch darüber gesprochen -, dass man diese Fälle wahrscheinlich tatsächlich an einer Hand abzählen kann. Von einer Branche, einer Gruppierung wurde ein Kompromiss vorgeschlagen, und zwar kam dies aus dem Tourismussektor. Im Tourismussektor wollen Sie mit dieser Massnahme erhebliche Einsparungen erzielen, zum Beispiel hier bei Schweiz Tourismus um 20 Prozent, wenn die Massnahme gemäss Bundesrat und Mehrheit durchkommt.

Sie sehen jetzt auf der Fahne nur, dass mit meiner Minderheit die Ausgabenkürzungen deutlich weniger gross sind. Mein Antrag sieht aber Kürzungen vor, und es ist mir deshalb wichtig, zu sagen, dass auch das ein Kompromissantrag ist. Auch wenn Sie den Wegfall der Massnahme auf der Fahne nicht sehen: Mit meinem Antrag werden auch Kürzungen vorgenommen, einfach nicht im Ausmass, wie es die Mehrheit will.

Ich lege hier offen, dass ich Mitglied des Vorstandes des Schweizer Tourismusverbandes bin, der nicht identisch ist mit Schweiz Tourismus, jener Organisation, die direkt von dieser Kürzung betroffen ist. Wir sind der Verband, in welchem sich die verschiedenen Interessengruppen der Branche sammeln.

Ein echtes Problem ist die Summe dieser Kürzungen. Sie können sich vorstellen, was es heisst, wenn um 20 Prozent gekürzt wird. Stellen Sie sich vor, was das in einem Unternehmen für Auswirkungen hätte. Kürzungen im Umfang von 20 Prozent würden den Betrieb von Schweiz Tourismus massgeblich beeinträchtigen, und zwar so stark, dass auch wichtige Aufgaben davon betroffen wären.

Um was für Aufgaben handelt es sich? Einige von Ihnen denken vielleicht, in Zeiten, in welchen man von Übertourismus spricht, brauche es doch nicht mehr, sondern möglichst weniger Investitionen in Organisationen wie Schweiz Tourismus. Das ist, muss ich Ihnen sagen, zu kurz gedacht. Denn Schweiz Tourismus ermöglicht es ja gerade, den Ressourceneinsatz zu koordinieren. Schweiz Tourismus ermöglicht es, im Rahmen des Marketings auch kleinere und weniger frequentierte Regionen herauszustreichen. Wenn diese Mittel nicht mehr bestünden, würden wahrscheinlich die grossen und vielleicht eher von Übertourismus betroffenen Regionen weiterhin unkoordiniert ihr Marketing machen, während gerade die kleinen Regionen darunter leiden würden; denken wir etwa an das gezielte Ansprechen von Gästesegmenten für diese Regionen.

Es geht letztlich darum, dass alle touristischen Regionen und Bereiche eine Sichtbarkeit im Ausland haben. Ohne Hilfe in Form von einer finanziellen Unterstützung ist das für die schwächeren Regionen gar nicht zu stemmen. Und dass der Tourismus - auch das haben wir in diesem Rat schon oftmals gehört - in gewissen Landesgegenden einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung hat und in einem erheblichen Mass an der lokalen Wirtschaft beteiligt ist, was wiederum Investitionen auslöst, muss ich Ihnen eigentlich gar nicht sagen.

Ich bitte Sie deshalb, von dieser zu starken Kürzung gemäss Mehrheit abzusehen und es mit der Minderheit zu halten, die eine moderatere, verträgliche Kürzung vorsieht.