Gredig Corina · Nationalrat · 2026-03-11
Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2026-03-11
Wortprotokoll
Kennen Sie den Verfassungsartikel, der den Bund verpflichtet, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Leute Lust auf Raclette bekommen? Ich kenne ihn nicht. Und Sie haben recht, wenn Sie denken, der Bund sollte keine Marketingagentur für unsere sehr guten Schweizer Produkte sein. Der Staat hat viele Aufgaben - Sicherheit, Bildung, Infrastruktur und anderes mehr -, aber er sollte keine Marketingagentur sein. Ich habe sehr grossen Respekt vor unserer Landwirtschaft, aber unsere Bäuerinnen und Bauern sind auch Unternehmer. Und wenn Unternehmer etwas gut können, dann ist es, ihre Produkte selbst zu verkaufen. Ein Wein braucht, wenn er gut ist, keine Bundesgelder, sondern höchstens ein Glas.
Die Realität ist, dass Schweizer Produkte sehr erfolgreich sind, und zwar nicht wegen eines vom Steuerzahler finanzierten Plakats, sondern wegen ihrer hohen Qualität. Qualität entsteht auf dem Hof, im Keller und in der Käserei, sicher aber nicht dank eines Werbeplakats des Bundes. Was wir hier haben, ist eine vom Bundesrat vorgeschlagene moderate Kürzung. Es sind 15 und nicht 50 Prozent. Wir haben lange darüber diskutiert und oft das berühmt-berüchtigte Wort "Opfersymmetrie" gehört. Im Moment liegt jedoch eine Opferasymmetrie vor.
Deshalb bitte ich Sie, dem Finanzplan des Bundesrates zu folgen und diese moderate Kürzung vorzunehmen, weil unsere Schweizer Produkte stark und gut genug sind, um sie zu verkraften.