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Rumy Farah · Nationalrat · 2026-03-17

Rumy Farah · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-03-17

Wortprotokoll

Das Parlament spricht in der Gesundheitspolitik oft über Eigenverantwortung, ja, sie wird fast reflexartig gefordert als Lösung für steigende Kosten, als Antwort auf ein belastendes System. Aber Eigenverantwortung fällt nicht einfach vom Himmel. Eigenverantwortung setzt voraus, dass die Menschen verstehen, wie ihre Gesundheit funktioniert, dass sie verstehen, was gesund ist oder eben nicht, dass sie Informationen einordnen können und dass sie wissen, wie und wann sie handeln müssen. Diese Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Nicht alle Menschen haben die gleichen Grundvoraussetzungen, nicht alle haben den gleichen Zugang zu verständlichen Informationen, und nicht alle können medizinische Zusammenhänge gleich gut einschätzen. Und genau das führt zu Ungleichheiten bei der Prävention, bei der Behandlung, aber letztlich auch bei den Gesundheitschancen.

Wenn wir also ernsthaft über Eigenverantwortung sprechen wollen, dann müssen wir auch über die Voraussetzungen sprechen. Dieses Postulat verlangt einen Bericht, der aufzeigt, welche Angebote es heute bereits gibt, wo Lücken bestehen und wie wir die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung gezielt stärken können, und zwar so, dass alle Menschen, unabhängig von Bildung, Einkommen und Herkunft, davon profitieren. Diese Befähigung kommt langfristig uns allen zugute. Eigenverantwortung muss durch Bildung, verständliche Informationen und niederschwellige Angebote ermöglicht werden. Wir sprechen hier von einem wichtigen Pfeiler zur Entlastung des Gesundheitssystems. Der Bundesrat teilt dieses Anliegen und ist bereit, einen entsprechenden Bericht vorzulegen.

Ich bitte Sie deshalb, diesem Postulat zuzustimmen.

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