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Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2026-03-18

Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2026-03-18

Wortprotokoll

Wir behandeln heute die Initiative "Ja zum Importverbot für Stopfleber" und den Gegenvorschlag der WBK-N zur Stopfleber-Initiative.

Die Initiative verlangt ein Verbot der Einfuhr von Stopfleber und Stopfleberprodukten. Die Zwangsmast, welche eine Voraussetzung für die Herstellung von Foie gras ist, ist in der Schweiz bereits seit über vierzig Jahren verboten. Die Zwangsfütterung gilt in der Schweiz als grausame Praxis und erfüllt den Tatbestand der schweren Tierquälerei. Mit der vorliegenden Initiative soll eine Lücke geschlossen und die Einfuhr dieser Produkte verboten werden.

Der Gegenvorschlag sieht eine Änderung des Tierschutzgesetzes vor. Der Rückgang der gewerbsmässigen Einfuhr von Stopfleber soll durch eine stärkere Beobachtung von Importen bzw. durch die bereits geplante Deklarationspflicht herbeigeführt werden. Tritt dieser Rückgang nicht ein, soll der Bundesrat nach fünf Jahren Massnahmen vorsehen. Nicht vom Gegenvorschlag betroffen wäre die Einfuhr von Stopfleberprodukten durch Privatpersonen.

Die Grüne Fraktion spricht sich für die Initiative aus. Wie bereits geschildert, ist die Produktion von Stopfleberprodukten in der Schweiz seit über vierzig Jahren verboten. Es ist deshalb folgerichtig, dass auch die Einfuhr von Stopfleber verboten wird. Die Stopfleber-Initiative stellt klar die griffigere Regelung gegen die Einfuhr der Produkte aus Zwangsmast dar.

Die Schweiz - wir haben es heute Morgen schon gehört - importiert jährlich 200 Tonnen Stopfleber und ist damit eines der wichtigsten Importländer. Sie ist auch ein Sonderfall. Wieso ist sie ein Sonderfall? Die Schweiz ist klein, hat aber einen relativ hohen Konsum pro Kopf, was für ein Nichtproduktionsland erstaunlich ist. Für diese importierte Ware müssen, gemäss meiner Recherche, jährlich 400[NB]000 Enten und 12[NB]000 Gänse getötet werden. Zuvor werden diese Tiere unter grausamen Bedingungen mit schlimmen Verletzungen und Schmerzen zwangsgemästet.

Es soll weiterhin möglich sein, Produkte zu konsumieren, die Foie gras ähnlich sind, jedoch nicht mit Tierquälerei hergestellt werden. Andere, mit dem Tierschutz zu vereinbarende Zuchtbedingungen sind nicht von dem mit der Initiative angestrebten Verbot betroffen. Stopfleber hingegen stammt immer [PAGE 531] und zwingend aus Zwangsmast und somit aus einer Herstellung, die mit Tierquälerei verbunden ist.

Jetzt lese ich heute in der Tagespresse von einem Vergleich mit Fleischkäse, und mein Vorredner spricht von Kalbfleisch: Diese Vergleiche hinken gewaltig und werden auch im Abstimmungskampf nicht ziehen. Die Fleischkäseproduktion basiert auf normaler Tierhaltung und Schlachtung. Nochmals: Foie gras entsteht durch gezielte Zwangsfütterung, um die Leber der Gänse krankhaft zu vergrössern. Fleischkäse ist ein Alltagsprodukt, Foie gras ist ein Luxusprodukt.

Die Grüne Fraktion unterstützt sowohl die Initiative wie auch den vorliegenden Gegenvorschlag, weil uns der Tierschutz in der Schweiz wichtig ist.