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AB 373275

Imark Christian · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-03-19

Wortprotokoll

Sie haben es gehört: Die vorliegende Motion möchte erreichen, dass lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auch dann möglich sind, wenn sich Produzenten und Verbraucher auf unterschiedlichen Netzebenen befinden.

Heute ermöglichen LEG die lokale Vermarktung von erneuerbarem Strom, wenn sich Produzenten und Verbraucher auf der gleichen Netzebene befinden. Physikalisch fliesst der Strom nach wie vor dort, wo es den geringsten Widerstand gibt. LEG dienen also primär der Vermarktung. Es geht einerseits um bessere Preise zwischen Produzenten und Verbrauchern, also um eine Win-win-Situation zwischen Produzenten und Verbrauchern. Aber es geht, wie gehört, eben auch um Einsparungen von Netzkosten. Die Einsparungen von Netzkosten sind der Beweis, dass es hier eben nicht nur um gute PR für erneuerbare Energien geht, sondern dass solche Forderungen auch Schattenseiten haben. Die Kosten für die Netznutzung werden innerhalb von LEG nämlich nicht oder nur zum Teil bezahlt; dies, obwohl das Netz auch Kosten verursacht, welche dann einfach auf andere Bezüger verteilt werden. Es handelt sich also hier um eine Entsolidarisierung bezüglich allgemeiner Netzkosten.

In Zeiten immer stärker steigender Netzkosten ist dieser Umstand stossend. Einerseits lassen sich gewisse Interessen - Sie haben die Interessenbindungen gehört - über die Netzkosten immer stärker durch die Allgemeinheit finanzieren; Kosten werden auf diese abgewälzt. Andererseits werden die gleichen Interessen immer stärker von eben diesen steigenden Netzkosten ausgenommen, und das mit fatalen Folgen für das Gewerbe und für einen grossen Teil der Allgemeinheit, die diese Kosten bezahlen müssen. Also es sind alle die, die am Ende einfach übrig bleiben.

Dass LEG Strom zwischen gleichen Netzebenen vermarkten können und dabei von Netznutzungskosten entlastet werden, ergibt schon Sinn, weil Leitungen zwischen benachbarten Parzellen nur einen sehr kleinen Kostenblock ausmachen. Aber umso kritischer ist es eben zu beurteilen, wenn, wie hier gefordert, Strom zwischen verschiedenen Netzebenen direkt vermarktet werden soll. In diesem Falle werden viel höhere Kosten für Infrastrukturen ausgelöst, nämlich Kosten für den Bau und Betrieb entsprechender Transformatoren, die den Strom zwischen diesen Netzebenen transformieren. Das kostet Geld. Strom lässt sich leider nicht anders zwischen verschiedenen Netzebenen transportieren als eben mit Transformatoren, die Geld kosten.

Mit dem Vorschlag der Motionärin machen wir ein Fass für neue Gratisdienstleistungen auf, die andere bezahlen müssen. Solche erachten wir als falsch und beantragen darum, diese Motion abzulehnen. Wir bitten Sie, einfach die entstehenden Kosten zu bedenken, wenn hier Strom zwischen verschiedenen Netzebenen transferiert werden muss. Da entstehen Kosten, und diese Bedenken möchten wir Ihnen [PAGE 599] einfach für den Fall mit auf den Weg geben, dass diese Motion tatsächlich angenommen werden sollte.

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