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Rösti Albert · Bundesrat · 2026-03-19

Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2026-03-19

Wortprotokoll

Das Postulat beauftragt den Bundesrat, zu prüfen und Bericht darüber zu erstatten, wie erfolgreich die Schweizerische Post ihr Mergers-and-Acquisitions-Geschäft betreibt. Es soll aufgezeigt werden, welche Beteiligungen und Übernahmen die Post in den letzten zehn Jahren getätigt hat, wie hoch die Kosten dafür waren und wie erfolgreich diese heute sind.

Im Rahmen ihrer Strategie "Post von morgen" hat die Post zum Aufbau neuer Tätigkeitsfelder insbesondere in den Jahren 2021 bis 2023 in den Bereichen Logistik und Kommunikation diverse Firmenkäufe getätigt. Nach Auffassung des Bundesrates entsprechen diese Akquisitionen den strategischen Zielen.

Entschuldigung, Herr Calame, ich habe mich offenbar im Thema geirrt. (Teilweise Heiterkeit) So kommt es, wenn man nicht zuhört bzw. sich hier unterhält und noch eine Frage im Zusammenhang mit der vorangehenden Motion lösen will. Entschuldigen Sie bitte, Herr Nationalrat. Gut, ich beginne nochmals - aber auch das andere ist ein interessantes Thema. (Teilweise Heiterkeit)

Jährlich werden in der Schweiz rund 6000 Tonnen Siloballenfolie verwendet, davon verbleiben bis zu 6 Tonnen, also 0,1 Prozent, in der Umwelt. Die bei Siloballen verwendeten fossilen Kunststoffe durch biologisch abbaubare Kunststoffe zu ersetzen, ist leider nur auf den ersten Blick eine gute Idee. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsprojekt, welches das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften durchgeführt und Anfang 2026 abgeschlossen hat.

Sie finden die Studie zum Projekt auf der Homepage des[NB]BAFU. Sie macht deutlich, dass biologisch abbaubare Kunststoffe keine geeigneten Alternativen für Siloballen sind. Auch diese Kunststoffe bauen sich in der freien Natur und unter den klimatischen Bedingungen der Schweiz nicht oder nur ungenügend ab. Materialien, die sich gut abbauen würden, tun das gut; das könnte dazu führen, dass die Siloballen undicht werden und verderben. Eine Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen sind Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Mais oder Kartoffeln, hergestellt werden. Diese Kunststoffe sind allerdings ebenfalls nicht zwingend biologisch abbaubar. Zudem besteht das Risiko, dass sie in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen.

Das Wichtigste bei den Kunststofffolien für Siloballen ist das Recycling. Wie Sie, Herr Nationalrat Calame, erwähnt haben, existiert in der Schweiz seit 2022 das gut etablierte Rücknahme- und Recyclingsystem Erde Schweiz. In diesem Rahmen konnten 2024 rund 2500 Tonnen Siloballenfolie gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Das System wird über Beiträge der Folienimporteure und der Landwirte finanziert. In vielen Regionen lohnt sich dies für die Landwirte finanziell, weil das Recycling kostengünstiger ist als die Verbrennung in der Kehrichtverbrennungsanlage.

Es liegen bereits viele dieser Abklärungen vor. Deshalb beantragt der Bundesrat die Ablehnung dieses Postulates. Ich entschuldige mich nochmals für mein Versehen, auch bei Ihnen, Herr Calame.