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Weyeneth Hermann · Nationalrat · 2003-10-02

Weyeneth Hermann · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-10-02

Wortprotokoll

Es ist nicht die Wortmeldung von Frau Wyss, es sei Sabotage, hier nicht das Wort zu ergreifen, die mich ans Mikrofon treibt, sondern ich will lediglich mitteilen, welche Haltung ich einnehme, und zwar zur Problematik, die Herr Hämmerle aufgeworfen hat.

Es geht nämlich um die Frage, warum Umweltpolitik heute bei allen Umfragen in der Bevölkerung einen so tiefen Stellenwert hat. Ich versuche Ihnen eine Antwort zu geben - Sie haben das Stichwort dazu mit dem Trockenjahr 2003 selber gegeben -: Wissen Sie, Herr Hämmerle, wenn das Trockenjahr 2003 signalisiert, dass besondere Massnahmen zu ergreifen sind, wären diese im Jahr 1947 zu ergreifen gewesen. 1947 war auch ein trockenes Jahr - und ich spreche nur von den Jahren, die ich erlebt habe, und als Landwirt ist man sehr nahe bei der Natur und ihren Launen. Man hat 1949 ein solches Jahr gehabt, und wir haben 1976 ein ähnliches Jahr gehabt.

Es geht hier aber nicht darum, sondern es geht um die Glaubwürdigkeit der Umweltpolitik, die vielleicht nicht so ganz stimmt: Es genügt nicht, ein "Katastrophenankündigungsamt" zu haben. Darf ich Sie an die Diskussionen um das Waldsterben erinnern und an die heutige Situation, zwanzig Jahre danach? Wir haben heute in der Waldwirtschaft Absatzprobleme - Absatzprobleme! - wegen einer Zunahme der Flächen und der Holzvorräte, und nicht wegen sterbender Wälder. Da geht halt Glaubwürdigkeit verloren.

Frau Teuscher, ich verstehe Sie ja, Sie sind in ausreichendem Masse mit dem Buwal vernetzt, da nehme ich es Ihnen auch nicht übel, wenn Sie dafür einstehen. Aber der Glaubwürdigkeit der ganzen Angelegenheit dient diese Politik nicht. Ich mache Sie darauf aufmerksam: Haben Sie es anderswo schon einmal erlebt, dass ein Beschluss einer ständerätlichen Kommission bekannt wird, bevor deren Sitzung überhaupt beendet ist? So arbeitet man dort, und das schafft Missmut!