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Zybach Ursula · Nationalrat · 2026-04-29

Zybach Ursula · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-04-29

Wortprotokoll

Ich habe die Motion von Nationalrätin Martina Munz übernommen. Diese fordert, dass in den neuen Ernährungsempfehlungen auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden.

Bei den Ernährungsempfehlungen steht logischerweise die ausgewogene Ernährung im Zentrum. Dort gibt es Themen wie zum Beispiel die Fehl- oder die Überernährung, der man vorbeugen müsste. Das wissen wir in der Schweiz, weil hier die Leute im Durchschnitt ja immer schwerer werden. Es gibt auch Krankheiten, die wir damit verhindern könnten. Es sind Zivilisationskrankheiten, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ[NB]2.

Die Ernährungsempfehlungen sollen aber auch Orientierung bieten im - ich glaube, wir können das sagen - Überangebot an Lebensmitteln, das wir im Moment haben. Sie könnten mithelfen, die Gesundheitskosten zu senken. Chronische Krankheiten gehören nämlich zu den grossen Kostentreibern.

Wissenschaftlich fundierte Richtlinien helfen, zu erfahren, was man machen könnte, dies im Gegensatz zu Trends oder Diäten. Gleichzeitig sollte die Nachhaltigkeit berücksichtigt werden: dass es eben nicht nur um Proteine, Fett, Mineralstoffe oder Vitamine in den Lebensmitteln geht, sondern um einen ganzheitlichen Gesundheitsschutz durch ausgewogene Ernährung und umweltschonende Produktion.

Die Ernährung verursacht nämlich einen Drittel der Umweltbelastungen, die durch den Konsum ausgelöst werden. Diese Belastungen schädigen die menschliche Gesundheit, beispielsweise durch die Verschärfung der Klimakrise. Der Einbezug von Umweltaspekten bei der Ernährung dient deshalb dem ganzheitlichen Gesundheitsschutz der Bevölkerung und muss, wie ich schon gesagt habe, berücksichtigt werden.

Die Produktion und der Konsum vor allem von tierischen Produkten sind wesentliche Treiber der Umweltbelastung. Die Ernährungsempfehlungen sind deshalb hinsichtlich tierischer Produkte zu optimieren, indem beispielsweise maximale Mengen empfohlen und pflanzliche Alternativen aufgezeigt werden.

Ich bedanke mich im Namen der Motionärin für die Arbeit, die vom Bundesamt geleistet wurde. Denn für die Erarbeitung der Ernährungsempfehlungen wurden zum ersten Mal Daten der Umweltaspekte mit einbezogen, indem die Ökobilanz von Lebensmitteln berechnet wurde. Damit werden Treibhausgasemissionen, der Verbrauch von natürlichen Ressourcen und die Abfälle in einer Lebenszyklusanalyse von Lebensmitteln evaluiert und in einem Score, dem sogenannten Umweltbelastungspunkt, evaluiert respektive ausgedrückt.

Dies hatte Auswirkungen. Die neuen Ernährungsempfehlungen sind auf die Förderung einer vermehrt pflanzlichen Ernährung ausgerichtet, indem sie Fleisch und verarbeiteten Fleischprodukten in der Lebensmittelgruppe der Proteinquellen weniger Platz einräumen. Wir hatten hier in diesem Saal auch schon Diskussionen dazu, weil man sich nicht überall freut, dass das so gemacht wurde. Die Empfehlungen fördern auch den Konsum von saisonalen und lokal produzierten Früchten und Gemüsen sowie von Vollkornprodukten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln.

Die neuen Ernährungsempfehlungen sind gut geraten, finde ich. Dieser Umweltaspekt, dieser Nachhaltigkeitsaspekt ist drin, deshalb kann ich diese Motion als erfüllt betrachten. Ich bedanke mich herzlich für die Arbeiten, die gemacht wurden, beim Bundesamt, aber auch bei den entsprechenden Organisationen.

Ich ziehe damit die Motion von Martina Munz zurück.