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Hübscher Martin · Nationalrat · 2026-06-08

Hübscher Martin · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-08

Wortprotokoll

Ihre Kommission hat an ihrer Sitzung vom 13.[NB]April die beiden Standesinitiativen der Kantone Bern und Thurgau beraten. Im Oktober 2025 verabschiedete der Bundesrat nach intensiver Zusammenarbeit mit der gesamten Branche die neue Grenzschutzlösung für Zucker und verlängerte die Einzelkulturbeiträge. Damit wurden zwei Drittel der Standesinitiativen umgesetzt. Ein zentraler Pfeiler zur langfristigen Sicherung der inländischen Zuckerproduktion fehlt jedoch weiterhin, nämlich eine gezielte und ausreichend finanzierte Forschung.

Was will die Kommissionsmotion? Der Bundesrat soll beauftragt werden, die agronomische Forschung im Zuckerrübenanbau gezielt zu stärken und dafür ausreichend und flexibel einsetzbare finanzielle Mittel bereitzustellen. Die Zuckerproduktion in der Schweiz weist keine Überproduktion auf. Im Gegenteil, sie ist in den letzten Jahren aufgrund ungenügender Rahmenbedingungen rückläufig. Im Rahmen der Swissness-Vorlage ist der Selbstversorgungsgrad gar unter 50 Prozent - ich betone: unter 50 Prozent! - gefallen. Wir sind damit weit von einer Überproduktion entfernt.

Eine stabile Zuckerproduktion setzt resistente Sorten sowie wirksame und nachhaltige Pflanzenschutzstrategien voraus. Beides ist ohne intensive Forschung nicht erreichbar. Der Zuckerrübenanbau ist zunehmend durch Krankheiten und Schädlinge bedroht. Dazu zählen insbesondere Pilzkrankheiten wie Cercospora oder Fäulniskrankheiten infolge Rüsselkäferbefalls, aber auch durch Insektenvektoren übertragene Krankheiten wie SBR, Stolbur, viröse Vergilbung und weitere. Diese krankheitsübertragenden Zikaden haben sich inzwischen im gesamten Mittelland verbreitet und betreffen auch andere Kulturen wie Kartoffeln oder Gemüse. Der Klimawandel, der Wegfall wirksamer Pflanzenschutzmittel sowie agrarpolitische Einschränkungen begünstigen diese Entwicklung zusätzlich. Es besteht daher ein akuter Bedarf an praxisnaher, integrierter und kulturübergreifender Forschung.

Die Zuckerrübe ist im Ackerbaugebiet eine zentrale Kultur im Rahmen einer abwechslungsreichen Fruchtfolge. Sie ermöglicht im Wechsel mit Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln, Mais und weiteren Kulturen unsere vielfältige Kulturlandschaft. Daher ist es entscheidend, dass diese Kultur erhalten bleibt.

Ziel ist es, zukunftsfähige, ganzheitliche und innovative Pflanzenschutzlösungen zu entwickeln und in die landwirtschaftliche Praxis umzusetzen, Pflanzenschutzlösungen, die eine ökologische, wirtschaftliche und nachhaltige Schweizer Zuckerrübenproduktion sicherstellen. Der Bundesrat soll beauftragt werden, entsprechende Schwerpunkte in den künftigen Forschungsprogrammen im Rahmen der AP 2030 klar festzulegen. Es braucht also keine separate Gesetzgebung und nicht primär zusätzliche Mittel. Die Forschung für den Zuckerrübenanbau steht nicht im Widerspruch zu einem zu hohen Zuckerkonsum, weil wir eben einen so tiefen Selbstversorgungsgrad haben und der Grossteil des Zuckers importiert wird, auch aus Anbaugebieten mit sehr problematischem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, übrigens sowohl beim Rohrzucker wie auch beim Rübenzucker.

Die Minderheit sieht keine Notwendigkeit für eine gezielte Förderung einer Einzelkultur. Sie sieht darin auch einen gewissen Zielkonflikt mit Blick auf einen zu hohen Zuckerkonsum. Der Minderheitssprecher wird das sicher noch begründen.

Ihre Kommission hat mit 13 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen der Motion zugestimmt und bittet Sie, ihr ebenfalls zuzustimmen.