Lexipedia

preparatory:AB 375833

Müller-Altermatt Stefan · Nationalrat · Solothurn · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-08

Wortprotokoll

Die Winterstromlücke ist nichts Neues: Wir haben im Winter einen strukturellen Importbedarf. Allerdings darf man auch sagen, dass die Signale, die wir vonseiten der Fachstellen erhalten, also von Swissgrid und von der Elcom, vor ein paar Jahren noch weitaus alarmistischer waren als heute. Der Grund liegt vor allem darin, dass wir mit der Energiestrategie tatsächlich nicht versagt haben, sondern viel besser unterwegs sind, als das den Gegnern von einst lieb ist.

Ich wurde 2017 im Abstimmungskampf immer darauf hingewiesen, wir hätten viel zu ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren definiert. Wir hatten damals null Komma irgendetwas Solarstrom im Mix. Heute haben wir 17 Prozent. Wir werden die angeblich viel zu ehrgeizigen Ziele von damals bei der Fotovoltaik in der halben Zeit erreichen. Was wir damals auch nicht gedacht hätten: Heute wird die Hälfte der Fotovoltaikanlagen mit Speicher verbaut, und dadurch können wir mit Fotovoltaik eben auch die Defizite in anderen Bereichen, z.[NB]B. bei den Windkraftanlagen, wieder kompensieren. Das passt den Gegnern von damals nicht, aber die Schweiz hat sich 2017 auf den Weg in die Energiezukunft gemacht, und sie hat ein verdammt stabiles System aufgebaut.

Bis 2050 dürfte sich der strukturelle Importbedarf auf etwa 5 bis 10 Terawattstunden pro Winter stabilisieren. Mit mehr Flexibilität, strategischer Reserve und europäischer Integration - denn wir sind in Europa integriert und können uns gar nicht vom europäischen Stromnetz trennen -, mit all diesen Massnahmen werden wir das auch meistern. Das sind die drei effizientesten Lösungswege. Darüber hinaus ein teures AKW zu bauen, wäre volkswirtschaftlich völliger Blödsinn.