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Brüngger Severin · Ständerat · 2026-06-08

Brüngger Severin · Ständerat · Schaffhausen · FDP-Liberale Fraktion · 2026-06-08

Wortprotokoll

Ja, Stopfen bleibt Stopfen. Ich sehe den indirekten Gegenentwurf sehr kritisch. Im Tierschutzgesetz wird neu stehen, dass, wer Stopfleber einführt, das beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit anmelden muss, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen beobachtet, dass das EDI und das EFD Berichte schreiben. Auch die Fachstellen der Kantone werden in bürokratischer Hinsicht mehr zu tun haben, und die Massnahmen, die der Kommissionssprecher angetönt hat, kommen dann erst noch. Die Änderungen im Lebensmittelgesetz sind akzeptabel, auch wenn der Bundesrat das schon umgesetzt hat.

Ja, so ehrlich müssen wir sein. Dieses Votum ist nicht für die Initiative oder gegen die Initiative, sondern gegen den Gegenvorschlag. Stopfen bleibt immer noch Stopfen. Mit all den neuen Regulierungen, die wir nun im Gegenvorschlag finden, bleibt Stopfen immer noch Stopfen. Dieser Prozess kann nicht reguliert werden, denn ansonsten handelt es sich beim Endprodukt nicht mehr um Stopfleber, sondern einfach um Leberli, die Sie in der Pfanne braten können.

Eine normale Gänseleber wiegt ungefähr 80 Gramm und ist etwa so gross wie eine Zwetschge. Eine normale Gans pickt mit dem Schnabel Gras, Kräuter, Körner, Samen, vielleicht mal ein kleines Insekt oder die Wade eines Spaziergängers. Hingegen bekommen Stopfgänse ein Rohr in den Hals gesteckt und werden zwangsgefüttert. Zwei- bis dreimal täglich wird ihnen Maisbrei in den Magen gestopft. Nach dem Stopfen wiegt die Leber typischerweise 600 bis 1000 Gramm. Das ist ungefähr acht- bis zwölfmal schwerer als eine normale Leber, also so gross wie eine Honigmelone. Die Leber verfettet und ändert die Farbe. Aus einem gesunden, dunkelroten Organ wird eine gelbe, beige, crèmefarbene und wachsige Leber. Der ganze Prozess dauert zwei bis drei Wochen und findet direkt vor der Schlachtung statt. Deshalb hilft es auch nicht, wenn man zum Beispiel die Stallhaltung verbessert. Das Stopfen ist das Problem.

Man kann Stopfleber essen wollen oder nicht. Wegregulieren können wir sie nicht. Im Gegenteil, eine Regulierung, die schlussendlich dem Tier nichts bringt, wäre ein "ethics washing". Wir kennen das vom Greenwashing schon sehr gut.

Ich lehne deshalb den indirekten Gegenentwurf ab und bitte Sie, das auch zu tun.