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Schnyder Markus · Nationalrat · 2026-06-09

Schnyder Markus · Nationalrat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-09

Wortprotokoll

Ich beantrage Ihnen, die Initiative zur Annahme zu empfehlen und dem indirekten Gegenentwurf zuzustimmen. Ich begründe das wie folgt und erlaube mir eine Vorbemerkung.

In einer perfekten Welt, zumindest in meiner perfekten Welt, gäbe es wohl keine Kernkraftwerke. In dieser Welt gäbe es aber auch keine Windräder und keine grossflächigen Solaranlagen, da käme der Strom einfach aus der Steckdose. Bekanntermassen leben wir aber nicht in einer perfekten Welt, das müssen wir täglich feststellen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir bei einem solch wichtigen Thema, unserer Stromversorgung, nicht nach ideologischen, sondern nach rationalen Überlegungen handeln.

Die Wichtigkeit einer funktionierenden Stromversorgung zeigt sich nämlich, wenn man sich überlegt, was uns von Drittwelt- oder Schwellenländern unterscheidet. Nicht der einzige, aber ein wesentlicher Faktor ist die Versorgungssicherheit eines Landes. Für eine funktionierende Wirtschaft ist nämlich insbesondere die dauerhafte und sichere Stromversorgung extrem wichtig. Ist diese nicht sichergestellt, werden sich dort auch keine Industrien ansiedeln, die Arbeitsplätze und Wohlstand bringen. Wenn wir nun unseren Wirtschaftsstandort anschauen, dann stellen wir fest, dass unsere Stromversorgung ein wichtiger Pfeiler der Standortattraktivität ist. Dabei geniesst die Versorgungssicherheit oberste Priorität. Um wettbewerbsfähig zu sein, sollten auch die Energiepreise angemessen sein.

Bei den Diskussionen rund um unsere Energieversorgung wird heute vielfach der Energiemix diskutiert. Dabei steht primär die CO2-Neutralität im Fokus. Viel zu wenig gibt man aber meiner Meinung nach den Faktoren "Kontinuität" und "Zeitpunkt der Stromproduktion" ein Gewicht. Vielfach wird nämlich fälschlicherweise die Jahresproduktion einer Anlage als Massstab für deren Wert angesehen; das ist aber falsch. Wichtig ist, wie viel Leistung eine Anlage zu welchem Zeitpunkt liefert. Der grünste Strom bringt uns nichts, wenn er zu einem Zeitpunkt produziert wird, zu dem ihn niemand braucht. Genau das macht unser System heute träge und vor allem unglaublich teuer.

So müssen wir uns fragen, ob wir eine gut gemeinte, aber nicht funktionale und teure Stromversorgung wollen oder eine, die zwar nicht in das perfekte Weltbild passt, dafür aber sicher und verlässlich ist. Ich bin für Letzteres. Aufgrund einer ideologischen Wertvorstellung ein bewährtes System auf den Kopf zu stellen, ist nicht zielführend. Gerade in einer Zeit, in welcher immer mehr Systeme elektrifiziert werden, ist eine verlässliche und bezahlbare Produktion zentral. In einer solchen Zeit an einem Technologieverbot festzuhalten, welches offensichtlich unter falschen Voraussetzungen beschlossen wurde, ist, sagen wir es mal so, nicht gerade lösungsorientiert.

Zu guter Letzt erlaube ich mir noch eine Bemerkung. Wenn die Kernenergie wirklich so schlecht und unwirtschaftlich ist, wie das uns im Saal hier immer wieder weisgemacht wird, dann können Sie der Aufhebung des Neubauverbots für Kernkraftwerke getrost zustimmen, dann wird ganz sicher nie jemand eines bauen. Falls Sie - und da schaue ich jetzt eher in die linke und grüne Ratshälfte - das selbst nicht mehr glauben, dann würde ich die Initiative an Ihrer Stelle auch bekämpfen, sonst werden Sie nämlich noch von der Realität eingeholt.

Die Stromversorgung ist zu wichtig für unser Land, als dass wir uns auf ideologische Experimente einlassen dürfen.

Empfehlen Sie die Initiative zur Annahme, und stimmen Sie dem Gegenentwurf und somit einer zuverlässigen Stromversorgung zu.