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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2026-06-09

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2026-06-09

Wortprotokoll

Wann stoppt der arrogante, selbstgefällige Umgang mit dem Leben an sich, mit unserem Planeten und seinen Lebewesen, mit uns Menschen wegen des Gewinns einiger weniger oder wegen ideologischer Politik à la "weiter so wie bis anhin"? Man solle technologieoffen sein, das hörte ich gerade vorhin wieder. Welcher Witz! Nur weil es um eine Technologie geht, heisst das noch lange nicht, dass sie gut ist. Und zu guter Wissenschaft gehört auch, dass dank ihr erkannt wird, wenn etwas schädlich ist, und man das dann nicht mehr nutzt. Ich nehme das Beispiel Asbest. Zum Glück wurde das gestoppt. Es wurde einst hochgelobt. Und was hat es hinterlassen? X krebskranke und tote Menschen.

Es hat sich seit dem Widerstand ab den Siebzigerjahren nichts geändert. Die Atomkraft bleibt extrem gefährlich, sowohl aus dem AKW wie bei der militärischen Nutzung. Tschernobyl lässt grüssen, noch immer total verseucht und für die Menschen unbewohnbar. Die Technologie ist nicht wirklich weiter. Es ist alter Wein in neuen Schläuchen. Die grössten Mängel sind beispielsweise die Möglichkeit eines Unfalls mit grauenhaften Folgen in der kleinräumigen Schweiz, die komplett fehlende Lösung für den atomaren Abfall und die gefährliche Strahlung über Hunderttausende von Jahren - gewisse langlebige Spaltprodukte bleiben sogar über Jahrmillionen gefährlich.

Es gibt also keine neuen AKW, wenn diese Probleme nicht gelöst sind. Der Bau und der Rückbau sind extrem teuer. Auch beim sogenannten Mini-AKW wird von 1 bis 5 Milliarden gesprochen, allein für die Planung von 100 Millionen und für den Rückbau von über 23 Milliarden Franken. Wer soll das bezahlen? Der Staat, wird gesagt. Die früheste Inbetriebnahme eines neuen AKW wäre in etwa dreissig Jahren möglich. Das ist überhaupt keine Lösung für einen akuten Energieengpass. Wir bleiben aber einmal mehr extrem vom Ausland abhängig, unter anderem beim Uran. Wir haben es in der Energiekrise gesehen: Klemmt ein Land, verteuert sich die Energie und wird auch in der Schweiz teurer. Wir sehen es in der jetzigen Weltlage: Die Unabhängigkeit wäre gefragt und nicht eine neue Abhängigkeit von AKW.

Es ist unverantwortlich und falsch, zu sagen, AKW produzierten kein CO2. Das stimmt nur gerade dann, wenn sie in Betrieb sind und unfallfrei bleiben. Aber nicht mal das ist in der Schweiz der Fall. Wir hatten Unfälle - noch nie wie in Tschernobyl, zum guten Glück, da ist die Totalverseuchung, aber auch hier in der Schweiz, denken wir zurück an Lucens, standen wir kurz vor dem Super-GAU. Es ist menschenunwürdig, solche Gefahren für die Menschen für den Profit einiger weniger in Kauf zu nehmen, und das, wenn Alternativen für eine gute Energieversorgung da wären, die erstens schneller sind, zweitens viel billiger sind, drittens uns unabhängig machen und viertens tatsächlich keine Schäden an Umwelt und Gesundheit des Menschen zurücklassen. Das sind die erneuerbaren Energien - Solar, Wind und Wasser - und dann eben das Nichtverschleudern von Energie, wie wir das heute tun: gut isolieren beispielsweise und endlich wieder Kreislaufwirtschaft einführen. Bei klarer Förderung all dieser Elemente hätten wir mehr als genug Energie, und zwar sehr schnell.

Es spricht also alles gegen die Initiative, nichts spricht dafür, und die einzige Antwort muss deshalb sein: ein klares Nein sowohl zur Initiative als auch zum Gegenvorschlag.