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Germann Hannes · Ständerat · 2026-06-11

Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-11

Wortprotokoll

Ja, die Ausführungen des Kollegen Ettlin respektive der Minderheit mögen schon plausibel erscheinen. Aber wenn man in einer Notsituation ist, in einer Ausnahmesituation, in der es kein Medikament gibt, wenn im Spital eine Patientin oder ein Patient eine spezielle Behandlung für eine Krebserkrankung braucht oder was auch immer, dann kann die Spitalapotheke, basierend auf ihrem Wissen, etwas für diese Patientin, für diesen Patienten entwickeln. Das darf sie heute, wenn kein anderes Medikament vorhanden ist. In Zukunft dürfte sie das eben nicht mehr, sondern müsste das Swissmedic zur Prüfung geben.

So, wie ich es sehe, steht Swissmedic ohnehin schon unter Druck und ist bei den Zulassungen im Verzug. Es dauert ja immer viel zu lange. Der Patient in diesem Einzelfall wäre wohl längst tot, wenn die Bewilligung eintreffen würde. Den Spielraum sollte man den Fachleuten deshalb einfach lassen. Ich weiss, dass vonseiten der Industrie befürchtet wird, in den Spitälern würden dann massenweise Medikamente hergestellt. Das ist natürlich nicht der Sinn, und das ist ein gewisses Risiko. Aber bitte verwehren Sie doch in diesen Einzelfällen nicht die Möglichkeiten, die die Apotheker, die Apothekerinnen haben. Diese können das; sie haben ein spezielles Wissen, und sie sollten es in Notfällen - es sind Ausnahmefälle - bei einem stark reduzierten Personenkreis oder, im Bereich der Tiermedizin, bei einem reduzierten Tierkreis auch anwenden dürfen.

Ich wollte das einfach noch einmal sagen, damit klar ist, worum es hier geht. Die Abwägungen von Kollege Ettlin zu den anderen Artikeln teile ich sogar.