Moser Tiana Angelina · Ständerat · 2026-06-11
Moser Tiana Angelina · Ständerat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2026-06-11
Wortprotokoll
Ich fasse mich kurz, auch angesichts der fortgeschrittenen Zeit. Ich möchte einfach zwei, drei Bemerkungen machen und dem Bundesrat etwas mitgeben.
Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort, es gebe für die verschiedenen Wirkstoffe keinen abschliessenden Kausalitätsnachweis. Ich glaube, es ist wichtig, hier festzuhalten, dass gerade bei chronischen Erkrankungen mit langen Latenzzeiten - also wenn es lange geht, bis sich die Symptome zeigen - ein solcher Nachweis schwierig ist. Die wissenschaftlichen Voraussetzungen sind aber absolut gegeben, um hier einen Zusammenhang herzustellen. Es liegt in der Natur der wissenschaftlichen Analysen, dass es lange dauert, bis eine abschliessende Kausalität feststellbar ist. Das ist das Erste.
Das Zweite ist: In der Antwort auf die Frage 4 entsteht der Eindruck, dass nicht bekannt sei, welche Pestizidwirkstoffe in einem Zusammenhang mit Parkinson stehen. Das entspricht schlicht nicht der Realität, es trifft nicht zu. Gerade der Bundesrat verweist auf eine sehr renommierte wissenschaftliche Publikation, in der 53 Pestizidwirkstoffe genannt werden, bei denen ein klarer Zusammenhang hergestellt wird. Sie waren teilweise in der Schweiz zugelassen; sie sind teilweise noch heute in der Schweiz zugelassen. In dieser Publikation wird zudem darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, auch Untersuchungen bezüglich der Kombination dieser Wirkstoffe zu machen, also die sogenannten Cocktail-Effekte zu untersuchen. Dazu gibt es viel zu wenige Untersuchungen, und auch die Risikobeurteilung fällt viel zu knapp aus. Man kann mittlerweile nachweisen, dass eine kombinierte Exposition zu einem verstärkten Auftreten oder einem beschleunigten Krankheitsverlauf führt.
Wir haben in dieser Session die parlamentarische Initiative Bregy 22.441 behandelt, mit der es praktisch zu einer automatischen Zulassung von Wirkstoffen aus dem Umland, also aus den europäischen Nachbarländern, kommt. In Deutschland und Frankreich ist Parkinson als Berufskrankheit infolge langjähriger Pestizidexposition anerkannt. Mir scheint es richtig, das auch vertieft anzuschauen und gerade angesichts der Vorlage, die wir in der Schlussabstimmung verabschieden werden, zu prüfen, ob es nicht angemessen wäre, auch in der Schweiz Parkinson als berufsbedingte Krankheit bei Pestizidexposition zu definieren. Das sind meine Bemerkungen zu meiner Interpellation.