Engler Stefan · Ständerat · 2026-06-11
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-11
Wortprotokoll
Wir empfangen nun die Delegation des Bündner Grossen Rates unter der Leitung von Frau Standespräsidentin Valérie Favre Accola aufs Herzlichste bei uns. Es ist mir auch persönlich eine besondere Freude, Sie heute im Ständeratssaal begrüssen zu dürfen. Ich kann mit Stolz behaupten, dass unser Kanton mit seinen drei Amtssprachen Deutsch, Rumantsch und Italienisch den Pluralismus der Schweiz par excellence verkörpert. Wer aus Graubünden kommt, der weiss mit verschiedenen Sprachen, regionalen Besonderheiten und unterschiedlichen Traditionen umzugehen.
Chi proviene dai Grigioni sa come rapportarsi con lingue diverse, peculiarità regionali e tradizioni differenti.
Das Rätoromanische als vierte Landessprache, gesprochen in verschiedenen Talschaften unseres Kantons, ist ein Symbol für die nationale Vielfalt und die Identität der Schweiz.
(discurra vallader) Il rumantsch stat en per atgnadads svizras, avertadad, toleranza, plurilinguitad e la gestiun da minoritads.
Auch bei der direkten Demokratie steht der Kanton Graubünden sinnbildlich für das Funktionieren der Schweiz. Bevor im Jahre 1803 der Kanton gegründet wurde, bildete die Region den Freien Staat der Drei Bünde, eine politische Struktur bestehend aus einem Bund von weitgehend autonomen Freistaaten und Gemeinden, in denen die wichtigen Entscheide auf lokaler Ebene getroffen oder bestätigt wurden. In der Praxis waren die Bürger direkt am politischen Leben beteiligt, häufig durch öffentliche Abstimmungen in den Gemeinden.
Die Rückwände der Ständeratssitze im Nationalratssaal sind mit Motiven aus der Natur verziert; meistens sind es Blumen, Sträucher, Früchte, seltener Vögel. Im Rücken von uns beiden Bündner Ständeräten kreist dort der Steinadler und faucht der Braunbär. Beide waren, als die Holzschnitzereien in den Jahren 1894 bis 1901 entstanden, quasi ausgerottet - damit meine ich nicht die Ständeräte. (Heiterkeit) Heute, 125 Jahre später, sind der Steinadler und der Braunbär wieder zurück und bereichern damit die Artenvielfalt unseres Landes.
Der Kanton Graubünden ist auch ganz konkret hier in Bern vertreten. Die Steinplatten auf dem Bundesplatz bestehen aus Valser Gneis, einem Gestein, das sich besonders gut für Wasserspiele eignet, wie die Valser Therme von Peter Zumthor zeigt. Wir gehen also jeden Tag wortwörtlich auf einer diskreten, aber dauerhaften Gabe aus Graubünden, die so solide ist wie der Beitrag des Kantons zum Aufbau unseres Landes.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt bei uns hier im Ständerat. (Beifall)