Rösti Albert · Bundesrat · 2026-06-15
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2026-06-15
Wortprotokoll
Ja, hoffen wir, dass es nicht gerade zu so einem Unfall kommt. Die AKW werden ja laufend nachgerüstet. Aber natürlich mache ich mir solche Gedanken.
Sie haben mich in Bezug auf die Zeitachse nicht gehört: Wir sprechen, sollte es dann allenfalls ein neues Kernkraftwerk geben, über die Jahre 2045 oder 2050. Heute leben wir ja von den bestehenden AKW. Wenn Sie sicherheitspolitisch argumentieren, müssten wir die bestehenden AKW eigentlich abschalten. Das machen wir natürlich nicht, denn sonst hätten wir ein Problem. Es geht hier, sollten die Erneuerbaren nicht ausreichen, um einen Bau in 20, 30 Jahren. Wir wissen beide nicht, wie dann die Welt aussieht. Ich hoffe, es herrscht dann kein Krieg mehr in Europa; ich hoffe, man kann das in der Zwischenzeit regeln.
Bei einer Strommangellage während einiger Wochen würden sich die Schäden auf bis zu 84 Milliarden Franken belaufen, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz berechnet hat. Ein Angriff auf ein AKW gehört zum Schlimmsten, was passieren kann. Die Kernkraftwerke, das gebe ich zu, haben einen internen Plan, den sie nicht veröffentlichen; darin ist festgehalten, wie sie im Falle des schlimmsten Ereignisses den Schutz bewerkstelligen wollen und müssten. Zudem verfügen die Kernkraftwerke über einen besonderen völkerrechtlichen Status, damit man sie nicht angreift. Die Internationale Atomenergie-Organisation setzt sich für den Schutz der Anlagen ein. In Saporischschja ist das nicht ganz gelungen, aber immerhin konnte man erreichen, dass bis heute keine Verstrahlung erfolgt ist.