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Salzmann Werner · Ständerat · 2026-06-18

Salzmann Werner · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-18

Wortprotokoll

Wir empfangen heute eine Delegation des Kantons Bern unter der Leitung von Frau Grossratspräsidentin Anne Speiser-Niess. Es ist uns eine grosse Freude und Ehre, Sie hier im Parlamentsgebäude begrüssen zu dürfen.

Wer heute vor dem Bundeshaus steht, sieht ein vollendetes Ensemble: drei Gebäude, die das politische Zentrum unseres Landes bilden. Doch 1848, im Gründungsjahr des modernen Bundesstaates, war Bern als Bundesstadt noch nicht gebauter Ausdruck der neuen Schweiz, sondern zunächst eine Idee - und ein mutiger Entscheid. Die junge Eidgenossenschaft brauchte damals einen Sitz für ihre neuen Behörden. Als Bundesstadt auserkoren zu werden, war eine grosse Ehre, aber auch eine anspruchsvolle Verpflichtung. Doch Bern hat diese Verantwortung angenommen.

Bereits 1857 wurde das Bundeshaus West eingeweiht, später folgten das Bundeshaus Ost und schliesslich das Parlamentsgebäude mit seiner markanten Kuppel, die heute das Wahrzeichen unseres Landes ist. Für diese Bauten hat der Kanton Bern im wahrsten Sinne des Wortes von seinem eigenen Boden gegeben. Das sichtbare Mauerwerk, aber auch die tiefen Fundamente, bestehen massgeblich aus warmem Berner Sandstein, unter anderem aus den berühmten Steinbrüchen von Ostermundigen. Dieser Stein prägt bis heute das Gesicht und die Seele der Bundesstadt.

Doch die grösste Leistung des Kantons Bern für das Bauwerk liegt im Verborgenen. Der Baugrund hier am Hang war äusserst instabil. Um diesem mächtigen Haus dauerhaft Halt zu geben, brauchte es Fundamente von aussergewöhnlicher Dimension. Tausende von Steinquadern mussten tief im Boden verankert werden. Auf ihnen ruht bis heute dieses Gebäude. Sie sind unsichtbar, aber unverzichtbar.

Dieses Bild passt in ganz besonderer Weise zur Rolle des Kantons Bern in unserem Bundesstaat. Was Bestand haben soll, braucht ein starkes Fundament. Das gilt für Gebäude, und das gilt erst recht für die Institutionen unseres Landes. Die Geschichte unseres Bundesstaates wäre ohne Bern schlicht nicht dieselbe. Das Bundeshaus, in dem wir heute zusammenkommen, ist das schönste Symbol dafür: getragen von Fundamenten, die man zwar nicht sieht, auf die sich unser Land aber seit Generationen felsenfest verlassen kann.

Ich heisse Sie herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen schönen Tag hier in Bern. (Beifall)