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Salzmann Werner · Ständerat · 2026-06-18

Salzmann Werner · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-18

Wortprotokoll

Besten Dank für diese interessante Diskussion, diese Auslegeordnung und die verschiedenen Meinungen. Ich kann Ihnen sagen: Wir liegen wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander. Digiflux wurde ja entwickelt, nachdem die Verordnung beschlossen worden war. Wenn Sie die Verordnung sehen, wissen Sie nicht, was genau auf die Betriebe zukommt. Das wurde dann Schritt für Schritt immer transparenter, und deshalb haben jetzt zuletzt noch die Lieferanten vermeldet, dass es eben nicht umsetzbar sei.

Was wollen wir jetzt? Ständerat Wicki hat gesagt, wir müssten uns auf das berufen, was wir wollen. Wir wollen einen Absenkpfad. Nehmen wir jetzt die Nährstoffe; ich bitte Sie, da vielleicht mal zuzuhören. Wir haben in der Schweiz einen geschlossenen Nährstoffkreislauf. Wir kaufen Dünger zu; vielleicht exportieren wir wieder etwas. Wir kaufen Futtermittel zu und exportieren wieder etwas. Es kann genau ermittelt werden, was reinkommt und was rausgeht. Mehr haben wir nicht zur Verfügung. Wir haben die Tierbestände, wir haben die Flächen, alles ist gegeben. Die Bauern müssen sich an das Gewässerschutzgesetz halten, sie dürfen gemäss diesem nicht mehr Dünger als Dünger von drei Düngergrossvieheinheiten (DGVE) pro Hektare ausbringen, wenn sie ein Label erhalten wollen, bzw. je nachdem von höchstens zwei bis zweieinhalb DGVE oder noch weniger. Es ist alles gegeben. Wenn wir jetzt wirklich einen Absenkpfad nach Branchen wollen, dann können wir diese Lieferungen auf Stufe Schweiz den Branchen zuteilen, der Landwirtschaft, der Privatwirtschaft oder im Düngerbereich auch den Golfplätzen, Gemeinden, Fussballplätzen usw. Wir können genau eruieren, wohin es geht.

Jetzt wird die Landwirtschaft aber - im Unterschied zur Bauwirtschaft, Kollege Wicki - im Detail danach geprüft, was genau in den Mitteln enthalten ist und wo sie sie genau anwendet. Das ist in der Bauwirtschaft nicht der Fall, also z. B. bei den Pflanzenschutzmitteln, die in den Hausanstrich kommen. Wir müssen einfach eine Gesamtbeurteilung vornehmen, wenn wir das anschauen. Wir wollen die schwarzen Schafe ausfindig machen, das will ich auch; aber in der Schweiz gilt das Prinzip, dass es nicht ein flächendeckendes Überwachungskonzept gibt, um schwarze Schafe zu finden; man geht gezielt auf die schwarzen Schafe los, und dagegen haben wir auch nichts. Das ist der Unterschied.

Nächster Punkt: In der Landwirtschaft werden Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe eingesetzt, um die Kulturen gesund zu halten. Wenn sie zu wenig Nährstoffe wie Stickstoff haben, führt das im Bereich Gemüse- und Fruchtfolgekulturen zu Problemen mit Pilzkrankheiten; dann braucht es mehr Pflanzenschutzmittel. Das ist eine ausgewogene Sache. Kein Landwirt hat ein Interesse, mehr einzusetzen, als er braucht, um die Pflanze gesund zu machen und eine gute Qualität zu erreichen.

Mit Digiflux wird sich bezüglich Anwendung und Produkten von hoher Qualität nichts ändern, gar nichts, liebe Kollegin Graf. Wenn wir hier jetzt ein Kontrollsystem einführen, das die Landwirte so detailliert überwacht, dann sinkt eben das Vertrauen der Landwirte in den Staat. Beim Waffenrecht hat man genau dasselbe gemacht: Die schwarzen Schafe will man nicht kontrollieren, und die Schützen hat man derangiert. Genau dasselbe passiert hier.

Ich kann Ihnen sagen: Wir sind nicht gegen einen verminderten Einsatz von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln, im Gegenteil: Das senkt unsere Kosten, das wollen wir. Deswegen brauchen wir die Robotik und die Digitalisierung, die ich Ihnen erklärt habe. Wir brauchen das. Aber wir brauchen kein Überwachungssystem, das dann keine Konsequenzen hat. Was wollen Sie machen, wenn Sie Tausende von Daten haben? Jetzt haben hier alle gesagt, bei uns arbeiteten die Landwirte gut. Das freut mich, und ich weiss auch, dass 99,9 Prozent das so tun, und schwarze Schafe gibt es überall. Aber ich bitte Sie wirklich: Kommen Sie noch einmal darauf zurück, damit wir das in Ruhe diskutieren können und das Ziel des Absenkpfads in den Branchen erreichen und schauen, wo mehr und wo weniger gebraucht wird.