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Candan Hasan · Nationalrat · 2026-06-18

Candan Hasan · Nationalrat · Luzern · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-06-18

Wortprotokoll

Ich bitte Sie, die Motion abzulehnen. Sie alle konnten im letzten halben Jahr in den Zeitungen lesen, dass zum Beispiel in einem kleinen Fluss im Kanton Luzern, der Wyna, der ökotoxikologische Grenzwert für Deltamethrin um das über 4500-Fache überschritten wurde. Was heisst das? Der ökotoxikologische Grenzwert gibt an, wie viele Organismen bei diesem Wert sterben. Bei diesem ökotoxikologischen Grenzwert stirbt über die Hälfte.

Wir haben in der Schweiz ein Pestizidproblem, und unter diesem Gesichtspunkt ist es überhaupt nicht angebracht, dass wir den Gewässerschutz in der Schweiz lockern. Gleichzeitig haben wir neben dem Deltamethrinproblem, neben dem Pestizidproblem, ein PFAS-Problem. Sie können das alles nachlesen.

An die Ostschweizer unter Ihnen: So gerne ich die Olma-Bratwurst auch habe, im Moment rate ich meinen Freunden aus der Innerschweiz, lieber darauf zu verzichten, weil die Grenzwerte überschritten sind. Tagtäglich kommen neue Meldungen von PFAS-belasteten Stoffen. Ich weiss - gewisse Vertreter schauen mich jetzt so an, aber es ist leider so, und ich bin mit Ihnen und den Bäuerinnen und Bauern einig -, das ist nicht unbedingt selbst verschuldet. Auf der einen Seite bin ich damit einverstanden, dass wir dort Hand bieten und eine Lösung finden müssen. Auf der anderen Seite finde ich auch, müssen wir unbedingt - denn das ist eigentlich das höchste Gut - die Menschen und die Gesundheit der Menschen in diesem Land schützen.

Und hier sehe ich, dass der Bundesrat untätig ist und auf weitere Berichte verweist. Auch jetzt in der Vernehmlassung, wo er die Chance hätte, die Motion, die der Ständerat angenommen hat, im Sinne des Gesundheitsschutzes der Menschen in diesem Land umzusetzen, hat er das leider nicht gemacht.

Diese Motion will jetzt, dass man die Datengrundlage, die es braucht, um diese Stoffe festzustellen, aufweicht - in dieser Situation, die ich geschildert habe, wo Daten unabdingbar sind. Sie will, dass das nicht mehr in einem kleinen Bereich der Gewässer gemessen werden muss, sondern in einem viel grösseren. Und Sie wissen alle, die Belastung von Gewässern ist immer punktuell. Da können wir nicht sagen, wir schauen jetzt einfach alle Gewässer des Kantons Luzern oder St. Gallen oder Waadt an; das muss man spezifisch messen. Das ist eine grosse Gefahr.

Deshalb lehnen wir die Motion ab. Ich danke Ihnen vielmals, wenn Sie die Ablehnung unterstützen.