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Genner Ruth · Nationalrat · 2003-12-18

Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2003-12-18

Wortprotokoll

Sie haben es gehört, wir fordern eine zusätzliche Ferienwoche für erwerbstätige Eltern, wenn sie Kinder haben, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht erfüllt haben. In vielen Familien sind beide Elternteile erwerbstätig. Wir wissen, dass heute zwei Drittel der Mütter mit Kindern erwerbstätig sind. Es handelt sich meistens um Teilzeit, aber trotzdem ist es Arbeitszeit, die auch während der Schulferien geleistet werden muss. Die Teilzeiterwerbstätigkeit von Müttern dient vor allem dazu, das Einkommen zu sichern. Es ist also nicht einfach ein Freizeitvergnügen von Müttern, wenn sie arbeiten gehen, sondern es geht um ein notwendiges Einkommen. Es ist aber auch eine wichtige volkswirtschaftliche Ressource, dass Frauen im Erwerbsleben stehen.

Wir kennen die verschiedensten Modelle der Kinderbetreuung. Die Krippenfinanzierung zum Beispiel ist dabei ein harziges Element. Als erfahrene Mütter wissen wir, dass wir Grossmütter, Nachbarinnen, eben auch ausserhäusliche Betreuung brauchen. Und wir brauchen auch ganz besonders die Väter in dieser Rolle. Sie kennen die Divergenz zwischen den Schulferien und den Ferien der Erwachsenen, die Differenz beträgt je nachdem acht Wochen.

Das Thema, das diese Initiative als Gesamtes anschneidet, ist folgendes: Wie können Eltern Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen? Und letztlich auch: Wie können sie dabei trotz allem doch noch eigene Freizeit haben? Unser Ziel ist es, dass für die Eltern mit ihren Kindern wirklich eine gemeinsame Zeit möglich ist.

In diesem Plenum haben wir - meine Vorrednerin hat es schon gesagt - einen grossen eigenen Erfahrungsschatz. Ich möchte mich ganz besonders an die Väter wenden und sie fragen, wie gross ihre eigene persönliche Investition in ihre Kinder ist, wie viel gemeinsame Zeit sie effektiv mit ihnen verbringen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass das, was man als Eltern, als Mutter oder als Vater, erbringt, nicht eine einseitige Leistung ist, sondern die Kinder schenken enorm viel an Lebensfreude, an Spiel; sie geben mit ihren Fragen Impulse und regen zu Überlegungen an, die wir uns sonst nicht machen würden.

Ich glaube auch sagen zu können, dass die gemeinsame Zeit mit Kindern eigentlich die beste Vorbeugung gegen ein Burn-out im Beruf ist.

Wir wollen mit der vorliegenden parlamentarischen Initiative ganz klar mehr gemeinsame Zeit, mehr gemeinsame Ferienzeit von Eltern mit ihren Kindern, ermöglichen und damit einen Mosaikstein zum gesamten gesellschaftlichen Konzept zur Verbesserung der Situation heutiger Familien beitragen. Die Familien, das wird von allen immer unterstrichen, sind das ganz wichtige gesellschaftliche Element nicht nur der Gegenwart, sondern auch der Zukunft. Wir meinen, diesen Bekenntnissen müsse man Massnahmen folgen lassen. Diese zusätzliche Ferienwoche ist ein Element, sie ist eine soziale Ressource für beide, für Kinder und für Eltern. Wir möchten in der Familienpolitik ganz verschiedene Massnahmen realisieren können. Eine dieser Massnahmen haben Sie heute zum Entscheid vor sich.

Ich möchte Sie bitten, dieser Initiative in der ersten Phase zum Durchbruch zu verhelfen, damit wir eine Vorlage ausgestalten können.

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