Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2004-03-15
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2004-03-15
Wortprotokoll
Der gekröpfte Nordanflug bietet zwei Schwierigkeiten: Die eine Schwierigkeit ist eine technische; deswegen muss er gründlich erarbeitet und geprüft werden, deshalb dauert das auch seine Zeit, bis er allenfalls umgesetzt werden könnte. Damit sind auch technische Schwierigkeiten in Bezug auf die Verlegung der Warteräume verbunden. Denn die Warteräume, die ehemals in Deutschland waren oder immer noch in Deutschland sind, müssen in die Schweiz verlegt werden, weil der Staatsvertrag nicht ratifiziert worden ist. Von der genauen Ausgestaltung dieser Warteräume hängt dann der gekröpfte Nordanflug ab; das ist die technische Schwierigkeit.
Daneben gibt es eine politische Schwierigkeit: Die politische Schwierigkeit besteht darin, dass andere Menschen durch gekröpfte Nordanflüge mit Lärm belastet werden. Diese Diskussion muss natürlich innerhalb der Schweiz geführt werden, das soll auch Gegenstand eines Mediationsverfahrens sein. Deswegen möchte ich, dass der gekröpfte Nordanflug in seinem Rohzustand gewissermassen in der Mediation als Diskussionsobjekt zur Verfügung steht, damit man weiss, wer wie durch Lärm belastet wird - ungefähr, ganz genau wird man es nicht wissen können - und ob dieser gekröpfte Nordanflug beispielsweise andere Abflugverfahren, andere Starts bedeutet und dadurch wieder andere Leute belastet werden. Von daher möchte ich, dass in dieser Mediation alle wissen, was ein solcher gekröpfter Nordanflug tatsächlich bedeutet.
Aber es ist ein Produkt, das vielen Hoffnung gibt und das wir auch so weit entwickeln wollen, dass alle wissen, was es bedeutet. Insofern verspreche auch ich mir schon etwas von diesem gekröpften Nordanflug. Ich möchte ihn aber nicht als Hoffnungsträger preisen, der sämtliche Probleme des An- und Abflugverfahrens rund um den Flughafen in Zürich lösen könnte.