Graf Maya · Nationalrat · 2004-06-04
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2004-06-04
Wortprotokoll
Zum Antrag der Minderheit V: Die Teilziele unter Buchstabe b im Entwurf des Bundesrates und gemäss Mehrheit der Kommission sind uns zu wenig konkret. Wir möchten mit unserem Minderheitsantrag den Bundesrat beauftragen, dass er eine spezielle Richtung für die Legislaturperiode 2003-2007 einschlagen soll. Der Bundesrat hat unter dieser Richtlinie das Geschäft der Umsetzung eines Waldprogramms bis 2015 und die Revision des Waldgesetzes vorgesehen. Wir wollen, dass diese beiden Vorhaben der heutigen, naturnahen Bewirtschaftungsweise unserer Wälder nicht entgegenlaufen. Wir wollen, dass in der Schweiz dieser weitsichtige und schon mehr als hundert Jahre lang bewährte Umgang - auch mittels Gesetzen - mit unserer einzigartigen Ressource Wald weitergeht.
Im zweiten Teil unseres Antrages möchten wir den Bundesrat auffordern, die biologische Landwirtschaft weiter zu fördern. Etwa 10 Prozent der landwirtschaftlichen Kulturfläche wird in der heutigen Zeit nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten kaufen Bio-Produkte, die Grossverteiler kämpfen um diesen Markt mit grossem Werbeaufwand. Länder wie Österreich haben uns bereits überholt. Wir müssen diese Chance im Sinne eines Qualitätsvorteils packen, in einem [PAGE 885] zunehmend geöffneten Markt der EU im Besonderen. Dabei sollen auch die Forschungsgelder des Bundes noch vermehrt in den biologischen Landbau fliessen. Wir brauchen diese innovative Forschung ganz dringend.
Die Zusammenfassung des Berichtes des Perspektivenrates der Bundesverwaltung, den wir zuhanden der Legislaturplanung bekommen haben, weist übrigens unter den Herausforderungen zum Thema Agrarpolitik darauf hin, dass die Schweizer Landwirtschaft nur mit qualitativ hoch stehenden Produkten eine Chance hat, sich im geöffneten Markt der EU dereinst zu positionieren (S. 7).
Wir beantragen Ihnen also, die Minderheit V zu unterstützen und damit dem Bundesrat mit seiner Fassung - ganz landwirtschaftlich ausgedrückt - zu sagen: Mehr Fleisch am Knochen, bitte!