Kaufmann Hans · Nationalrat · 2004-09-29
Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2004-09-29
Wortprotokoll
Es geht doch bei dieser Vorlage nicht darum zu entscheiden, ob die Organisation Schweiz Tourismus ihre Arbeit gut oder schlecht macht. Letztlich geht es darum zu entscheiden, wer für die Tourismuswerbung bezahlt werden soll und wie viel bezahlt werden soll.
Es wurde von Herrn Cina erwähnt, dass der Tourismus eine Wertschöpfung von 46 Milliarden Franken erbringen soll. Rechnen Sie doch einmal aus: Die Erhöhung um 30 Millionen Franken bzw. 6 Millionen jährlich, die hier gefordert wird, entspricht 6 Franken auf 46 000 Franken Umsatz. Ich bin der Meinung, wenn die Unternehmer, die von Schweiz Tourismus profitieren, wirklich mehr Werbung machen wollen, sollen sie diese auch selber bezahlen.
Ich werde jetzt dann hören, in diesem Gewerbe seien ja vor allem KMU vertreten. Ich vermiete auch eine kleine Ferienwohnung im Tessin, und da bezahle ich meine Fremdenverkehrsabgabe, damit der lokale Tourismusverein entsprechende Veranstaltungen durchführen kann. Ich bin der Meinung, dass das auch jene Unternehmer machen können, die davon profitieren. Mit dem gleichen Recht könnten ja auch andere Branchen kommen und sagen, sie seien auch wichtig. Auch die Maschinenindustrie ist wichtig und sichert viele Arbeitsplätze; warum machen wir für sie nicht auch für 200 Millionen Franken Werbung im Ausland?
Wenn gesagt wird, der Tourismus sei eine Wachstumsbranche, so möchte ich Sie doch nochmals daran erinnern, dass dies weltweit zwar der Fall ist, aber in der Schweiz hatten wir in den letzten 12 Jahren 18 Prozent weniger Übernachtungen. So wachstumsträchtig sind wir also auch wieder nicht! Ich bin der Meinung, dass unser Staat schon etwas für den Tourismus tun kann. Wenn ein Tourist in die Schweiz kommt, erhält er kein Begrüssungsgeld. Wenn er mit dem Auto kommt, bezahlt er zuerst einmal 40 Franken für die Vignette. Kommt er nach Zürich, so bezahlt er im Tag noch 40 Franken für einen Parkplatz. Für dieses Geld kann er im Ausland übernachten! Kommt er mit dem Flugzeug, so zahlt er teure Flughafengebühren, und die Fahrt mit der Bahn von Zürich ins Berner Oberland kostet wahrscheinlich so viel wie sein Flug von weither in die Schweiz.
Die Auflagen, die wir ständig machen - demnächst geht es um die Arbeit auf Abruf -, gehen in die genau gleiche Richtung. Es werden wieder neue Auflagen gemacht, die eine Verteuerung für den Tourismus bringen. Dort müssen wir ansetzen und nicht bei diesen 6 Millionen Franken im Jahr! Diesen Betrag soll die Tourismusbranche selber bezahlen.
Deshalb befürworte ich, dass wir weiterhin die Mehrheit unterstützen und im schlimmsten Fall 200 Millionen Franken für die ganze Periode von fünf Jahren beschliessen.