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Genner Ruth · Nationalrat · 2004-10-06

Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2004-10-06

Wortprotokoll

Das Donnerwetter ist, glaube ich, jetzt niedergeprasselt. Ich möchte hier bestätigen, dass wir Grünen weiterhin an der Schaffung bzw. Unterstützung der Wissenstransferstellen an den Fachhochschulen, Universitäten und ETH interessiert sind. Diese sollen dezentral sein. Diese Stellen sind ja zum Teil schon vorhanden, und diese sollen entsprechend unterstützt und ausgestaltet werden.

Wir sind damit einverstanden, dass der Bund die Anstrengungen der Hochschulen im Bereich des Wissens- und [PAGE 1629] Technologietransfers gezielt unterstützt. Ich möchte auch hier die Frage bezüglich der beiden ETH noch einmal deponieren: Der Bundesrat schreibt in der Interpellationsantwort von Hochschulen und erwähnt namentlich die Fachhochschulen und Universitäten, er nennt aber die beiden ETH nicht. Ich meine, auch die ETH müssen Wissenstransferstellen haben - was zum Teil schon der Fall ist -, aber sie müssen entsprechend unterstützt werden.

Wir meinen, es braucht an allen Hochschulen Wissenstransferstellen, aber ich sehe nicht, wie diese sich einem Wettbewerb stellen können, wie das von Kollege Pfister angeregt worden ist. Der Wettbewerb findet auf dem Niveau der Hochschulen statt, und diese haben alle ihr eigenes Profil. Entsprechend diesem Profil müssen sie auch Wissenstransfer machen können, aufgrund ihres Forschungsportfolios. An diesen Stellen, die an den einzelnen Hochschulen eingerichtet werden, braucht es ganz spezifisches Know-how, es braucht auch Interdisziplinarität, es braucht Wissen um Patente, um mögliche Innovationskredite, und das ist entsprechend spezifisch angeordnet, je nachdem, wie die Profile dieser Hochschulen eben ausgestaltet sind. Gerade aus diesem Grund macht es keinen Sinn, irgendeine Dachstruktur zu haben, weil wir die Hochschulen eben im Wettbewerb wollen. Das heisst für uns, dass wir die Wissenstransferstellen lokal angesiedelt haben wollen.

Wir sind für die Innovation und die Valorisierung des Wissens. Deshalb unterstützen wir diese institutionelle Ansiedelung der WTT-Stellen an den Hochschulen, sodass diese kleinen Expertengruppen mit einer langfristigen Optik auf hohem Niveau arbeiten und Innovation und Wissenstransfer fördern können. Es soll um eine Förderung und Unterstützung des Wissenstransfers gehen und nicht um Einzelprojekte, es sollen wirklich lokal Gelder in diese Stellen investiert werden. Dabei möchte ich festhalten, Herr Noser, dass die Grünen mit dieser Haltung die KTI in keiner Weise infrage stellen. Was aber hier an Wissenstransfer geschehen soll, das hat mit der Aufgabe der KTI primär nichts zu tun, sondern es geht wirklich darum, eben die einzelnen Hochschulen bei der Umsetzung ihrer Forschungsbereiche zu stärken.

Wir brauchen Innovation und Wissenstransfer an den Hochschulen und damit die Möglichkeit für einen flexiblen Einsatz und für eine gute Koordination. Das muss in jeder Schule selber angesiedelt sein.

Nun noch zum letzten von meiner Vorrednerin genannten Punkt: Auch wir sind beunruhigt, dass die Gelder für das EU-Forschungsrahmenprogramm fehlen. Aber ich meine, es wäre falsch, einen Geldtransfer von einem beschlossenen Projekt in ein anderes beschlossenes Projekt zu veranlassen, sodass uns an diesem Ort wieder Gelder fehlen. Es ist uns völlig klar, dass wir diesen EU-Forschungskreditrahmen anschauen müssen. Es stehen Stellen von jungen Forscherinnen und Forschern auf dem Spiel. Es steht vor allem auch die Glaubwürdigkeit des Forschungsplatzes Schweiz auf dem Spiel, wenn wir hier diese Gelder, die zugesichert wurden, nicht geben können, wenn Sie Forscherinnen und Forschern mitten in deren Projekt kündigen müssen, obwohl Sie dieses Geld vorher einmal versprochen haben. Aber ich meine, das ist ein anderes Thema, das wir jetzt nicht mit diesem hier vermischen sollten. Wir müssen diese 16 Millionen Franken in den Wissenstransfer, an diese Hochschulstellen, sinnvoll und gezielt einsetzen.