Jutzet Erwin · Nationalrat · 2004-10-06
Jutzet Erwin · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-10-06
Wortprotokoll
Ich danke Ihnen für diese Frage, Frau Kollegin Meier-Schatz. Ich möchte nicht in Polemik verfallen. Ich gratuliere St. Gallen, Sie haben damals die Standortwahl gewonnen - zwar nur knapp, aber Sie haben immerhin gewonnen, nachdem der Nationalrat zunächst für den Standort Freiburg war. Es geht hier ja auch nicht um diese Frage. Es geht aber vielleicht ein bisschen um die Frage der Aufteilung des Kuchens. Die Problematik bleibt die gleiche. Sehr vielen Leuten hier im Saal ist der Entscheid damals extrem schwer gefallen. Wenn es damals möglich gewesen wäre, eine Aufteilung zu machen, dann hätte man wahrscheinlich eine solche Aufteilung gemacht.
Mein Vorschlag kommt sicher auch aus staatspolitischen Gründen, weil ich nicht ein erweitertes Asylgericht will. Ich denke aber auch an die vielen Familien, die hier im Grossraum Bern wohnen. Sie als Generalsekretärin von Pro Familia dürften auch ein bisschen die Familien im Hinterkopf haben. Diese Leute werden zügeln müssen. Sie werden sagen: Das ist ja gleich, man muss heute flexibel sein. Aber sie werden ganz einfach nicht kommen. So schön und gross und gut St. Gallen sein mag, die anonyme Umfrage hat ergeben, dass ein Drittel ganz sicher nicht nach St. Gallen gehen will, ein Drittel weiss es noch nicht. Chez les Romands, c'est la grande majorité qui refuse de se déplacer.