Weyeneth Hermann · Nationalrat · 2004-12-01
Weyeneth Hermann · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2004-12-01
Wortprotokoll
Hier liegen die Dinge etwas komplizierter als beim "Altpapier". Es gibt das Schweizerische Institut für Berufspädagogik, das die Lehrkräfte für die Fachschulen, also für die schulische Ausbildung im Rahmen einer praktischen Berufsausbildung, heranbildet. Nun sprechen wir ja dauernd von der Vereinfachung und der Straffung der Strukturen in der Ausbildung und in der Bildung ganz allgemein. Dieses Institut macht nun eine sehr merkwürdige Entwicklung mit: Die Ausgaben betragen 2003 13,5 Millionen Franken, 2004 18,2 Millionen Franken, 2005 24,1 Millionen Franken und 2006 26 Millionen Franken. Es ist also eine Zunahme, eine Verdoppelung, von 13 auf 26 Millionen Franken.
Wenn es um solche Beträge geht, dann ist erstens einmal die Frage zu stellen: Ist es angemessen, in einer Zeit, in der die Hochschullandschaft Schweiz eine Grossbaustelle ist und die Realisierung einer Vereinfachung der Hochschulstrukturen für deren Zusammenhang so dringend notwendig wäre, einen neuen Hochschultypus aufzubauen? Glauben Sie, es sei zwingend, dass man diese Lehrkräfte, die praktische Lehrlinge schulisch begleiten, in den Status von Professoren und Dozenten erhebt? Ich setze dazu ein Fragezeichen. Ob diese Lehrkräfte dann auch noch in der Lage sind, die Sprache zu beherrschen, die ihre Schüler verstehen?
Ich habe ein zweites Problem. Hier sind die Jahresberichte dieses Institutes für vier Jahre. Aus keinem dieser Jahresberichte geht irgendein Leistungsausweis, irgendeine Statistik hervor. Man hat mir dann bei meinen Nachforschungen über die Tätigkeit, die dort erfolgt, eine Beilage für das Jahr 2001 zukommen lassen. So wertvoll kann diese Tätigkeit nicht sein! Es handelt sich um eine Zweitausbildung. Damit man Zweitausbildungsnehmer hat, muss man diese Kurse und weitere Ausbildungskurse vollständig gratis anbieten. Die Erstausbildung wurde in der Regel bereits vom Staat vollumfänglich bezahlt. Ich frage mich deshalb, ob es in dieser speziellen Sparte tatsächlich angebracht ist, eine Zweitausbildung vollständig kostenlos anzubieten, wenn sie schon durch diese Ausgabensteigerung auf ein entsprechendes Niveau gehoben wird. Man soll mir jetzt nicht sagen, durch die Veränderungen in der Berufsausbildung werde das Angebot von der Quantität her grösser, weil die Gesundheitsberufe und andere dazukämen - diese Schulen bestehen schon -, sondern ich möchte gerne wissen, weshalb man hier einen besonderen Schultypus kreiert und wer daran ein Interesse haben kann.