Lexipedia

Müller Philipp · Nationalrat · 2004-12-08

Müller Philipp · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-12-08

Wortprotokoll

Man muss wissen, dass jede im Ausland rekrutierte Arbeitskraft - sei es vor der Freizügigkeit, sei es mit der "Freizügigkeit Ost" oder jener mit der EU von 15 Mitgliedern - früher oder später ein soziales Umfeld in die Schweiz bringt; Stichwort Familiennachzug.

Von einem meiner Vorredner wurde heute gesagt, dass die Zahl der eingewanderten Erwerbstätigen, gemessen an der gesamten Einwanderung, ständig am Sinken ist. Das ist richtig. Wir sind heute, gemessen an den jährlich rund 100 000, die einwandern, bei einem Anteil von etwa 30 Prozent angelangt, die zum Arbeiten herkommen. Der Familiennachzug steigt also; wir haben heute einen Faktor von etwa 1,4.

Was ändert sich mit der neuen Bestimmung, mit dem Freizügigkeitsabkommen? Da muss man natürlich schon sehen: Wir haben im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens den Familiennachzug grosszügiger definiert. Wir mussten das übernehmen; wir lassen zum Beispiel neu den Familiennachzug von Kindern bis zu 21 Jahren zu, während es vor der Freizügigkeit Kinder bis zu 18 Jahren waren. Wir lassen auch den Familiennachzug von Leuten zu, denen in aufsteigender Linie Unterhalt gewährt wird. Wenn man also vorher von einem Faktor 1,4 ausgehen konnte, muss man damit rechnen, dass der Anteil des Familiennachzuges ansteigen wird; ich gehe davon aus, dass der Faktor dann bei 1,5 bis 1,6 liegen kann.