Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2004-06-09
Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-06-09
Wortprotokoll
Ich möchte noch auf einige Argumente eingehen, die von den Vertretern des Minderheitsantrages aufgeführt wurden. Was Kollege Dick Marty ausgeführt hat, ist richtig: Die Mittel für Schweiz Tourismus, wie sie gebraucht würden, wollte man ein optimales Marketing betreiben, müssten eigentlich bei 277 Millionen Franken liegen. Das war ja auch der ursprüngliche Antrag von Schweiz Tourismus. Wenn wir auf 230 Millionen Franken kürzen, dann können wir in etwa die Anstrengungen halten, wie sie bis jetzt unternommen wurden. Wenn wir auf 200 Millionen Franken kürzen, dann muss irgendwo gespart werden, und gewisse Anstrengungen können nicht mehr unternommen werden. Das ist so.
Was ich aber sehr bedaure, ist, dass nicht mehr nur von der Dachorganisation Schweiz Tourismus gesprochen wird, sondern dass die Unterstützung mit jener des Schweizer [PAGE 313] Tourismus innerhalb der Schweiz vermischt wird. Die Mehrwertsteuer für einheimische Betriebe wurde erwähnt, die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit wurde aufgeführt usw. Wo der Bund den Schweizer Tourismus innerhalb der Schweiz unterstützt, das ist das eine. Hier geht es aber nicht um eine Unterstützung des Schweizer Tourismus innerhalb der Schweiz, sondern es geht darum, dass die Schweiz im Ausland entsprechend verkauft werden kann. Das ist das Wichtige. Wenn wir uns in einer Branche, die gefährdet ist, die eher rückläufig ist, dafür entscheiden, die Anstrengungen, den Verkauf zu reduzieren statt zu optimieren, dann ist das schlicht und einfach falsch. Wir müssen in den neuen Märkten rechtzeitig Anstrengungen unternehmen.
Wir haben es gehört: 176 Länder haben den Tourismus als strategisches Ziel auf ihre Fahne geschrieben. Andere Länder bauen überall massiv aus; wir haben das Beispiel von Österreich gehört. Wenn wir dort, anstatt unsere Anstrengungen zu erhöhen, diese reduzieren müssen, dann sind wir in zwei, drei Jahren definitiv zu spät. Es gibt ein schönes Sprichwort, das heisst: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Mit einer Investition in die Zukunft können wir Steuern generieren, wir können Arbeitsplätze sichern. Wenn wir uns aber jetzt dafür entscheiden abzubauen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn der Tourismus noch weiter zurückgeht.
Es wurde gesagt, in der Schweiz sei der Tourismus schlecht, die Hotels seien nicht gut usw. Das mag bis zu einem gewissen Grad stimmen. Im Grossen und Ganzen stimmt es aber nicht. Ich finde es schade und falsch, wenn wir immer unser eigenes Land kritisieren und es schlecht machen, während andere Nationen auf ihr Land stolz sind und versuchen, aus allem das Beste zu machen.
Ich bitte Sie deshalb dringend, in diesem speziellen Bereich wenigstens das zu bewilligen, was Schweiz Tourismus bis jetzt auch hatte, also diese 230 Millionen Franken.