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Keller Robert · Nationalrat · 2005-06-08

Keller Robert · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2005-06-08

Wortprotokoll

Ich möchte zuerst meine Interessen offen legen. Ich bin nur Tierfreund, aber als Bauernsohn verstehe ich etwas von den Tieren. Seit dreissig Jahren bin ich regelmässig mit unseren Hunden an der frischen Luft, in Feld und Wald, mindestens dreissig Minuten am Tag. Meine Frau besorgt dann noch den Rest. Ich habe viele Länder bereist, viel gesehen: Völker, Kulturen, die Natur, Städte usw. Aber das Schönste an den vielen Reisen waren die Safaris zu den wilden Tieren in Afrika, zu den "big five" in Aktion. Leider gehen sie nicht immer zimperlich miteinander um. Das wissen Sie und haben es selber schon gesehen, live oder in TV-Serien. Ich möchte fast sagen: Wie die Politiker gehen sie nicht immer ordentlich miteinander um.

Nun zur Sache: Leider kann man mit Gesetzen nicht alles regeln, nämlich nur die Rechtslage, aber nicht den Umgang mit bzw. die Liebe zu den Tieren. Ein Beispiel ist ja auch unser Eherecht, das sicher ein gutes Gesetz ist, aber trotzdem trennen sich gegen 50 Prozent der Paare wieder.

Die Volksinitiative "für einen zeitgemässen Tierschutz (Tierschutz - Ja!)" schiesst über das Ziel hinaus: Zum Beispiel ist die Forderung, dass den Nutztieren die Möglichkeit zu geben sei, sich regelmässig im Freien zu bewegen, teilweise ein Problem. Das geht auf den Höfen, die im Dorfkern sind, nicht, und wir wollen ja diese Dörfer so belassen, wie sie sind; die Dörfer sollen weiterleben. Dann sollte das Schächtverbot wieder in der Bundesverfassung aufgenommen werden. Das Schächten ist nach meiner Ansicht keine humane Tötung, ich lehne es ab. Weiter soll der Import von Tieren, bei denen die schweizerische Tierschutzgesetzgebung nicht eingehalten worden ist, verboten sein. Denken Sie, was dies an Kontrollen bedeutet; das ist fragwürdig. Schliesslich soll der Transit von lebenden Schlachttieren verboten sein.

Das Volksbegehren widerspricht mehreren völkerrechtlichen Verpflichtungen, zum Beispiel mit dem Transitverbot, zum Beispiel mit der Importbeschränkung, zum Beispiel mit der Vorschrift über den Auslauf für Nutz- und Haustiere. Aus diesem Grund lehne ich die Volksinitiative ab und stimme dem Gegenvorschlag zu, obwohl er mich auch nicht in allen Teilen befriedigt. Der Ständerat hat den Gegenvorschlag des Bundesrates etwas verbessert. Alle Verschärfungen der Kommission lehne ich ab.

Ich bitte Sie, die Initiative abzulehnen und dem Gegenvorschlag zuzustimmen.

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