Bruderer Pascale · Nationalrat · 2005-12-06
Bruderer Pascale · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2005-12-06
Wortprotokoll
Innerhalb der Sammelrubrik Erwerbsbehinderte, Fachhochschul- und Hochschulpraktikanten wird seitens des Bundesrates und der Kommissionsmehrheit eine Kürzung von gut 2 Millionen Franken vorgeschlagen, die zulasten der Praktika gehen würde. Anstatt 5 Millionen Franken sollen nur noch 2,9 Millionen Franken für Hochschul- und Fachhochschulpraktika eingesetzt werden. Das heisst im Klartext, es würden seitens des Bundes nur noch halb so viele Praktika wie bisher angeboten.
Ich frage Sie, Herr Bundesrat, und ich frage Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen: Was ist das für ein Zeichen? Was ist das für ein Zeichen gegenüber den jungen Leuten in Ausbildung, die auf Praktikumsplätze angewiesen sind und die bereits jetzt unter dem Mangel an Praktikumsplätzen leiden? Was ist das für ein Zeichen gegenüber der Wirtschaft, von der wir verlangen, dass sie mehr und mehr qualitativ hochstehende Praktikumsplätze anbietet? Dazu rief ja namentlich auch der Bundesrat auf; ich verweise auf die Diskussion anlässlich der Revision des Fachhochschulgesetzes.
Es ist ein schlechtes Zeichen. Es ist ein schlechtes Zeichen gegenüber der Wirtschaft, ein schlechtes Zeichen gegenüber den Kantons- und Gemeindebehörden und ein demotivierendes Zeichen gegenüber den potenziellen Praktikantinnen und Praktikanten. Bei einigen wird bereits während der Ausbildung, spätestens aber beim Eintritt ins Berufsleben praktische Erfahrung vorausgesetzt - praktische Erfahrung, zu der sie paradoxerweise immer weniger Zugang erhalten.
Mit der vorgesehenen Kürzung in diesem Bereich wird der Bund erstens seinen selber geäusserten Erwartungen nicht gerecht, was das Zurverfügungstellen von Praktikumsplätzen anbelangt. Zweitens wird er seiner Vorbildfunktion in diesen Fragen alles andere als gerecht bei nur mehr rund 200 Praktika auf 34 000 Stellen. Er stösst die jungen Leute in Ausbildung vor den Kopf.
Darum möchte ich Sie dringend bitten, hier der Minderheit Rey zuzustimmen.
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