Loepfe Arthur · Nationalrat · 2000-09-19
Loepfe Arthur · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-09-19
Wortprotokoll
Das Appenzellerland liegt abseits der grossen Verkehrsachsen und Bevölkerungszentren. Diese Lage hat zwar Vorteile bezüglich Lebensqualität und Tourismus. Für unser Gewerbe, für unsere aufstrebenden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen wie auch für die beruflichen Pendler ist unsere verkehrstechnische Lage aber ein gewichtiger Standortnachteil. Die Verkehrsverbindungen nach aussen, das heisst aus dem Appenzellerland hinaus in die angrenzenden Regionen, führen durch die Städte St. Gallen und Herisau. Die Fahrt durch diese Städte wird zeitlich zunehmend aufwändiger und belastet deren Bewohner in hohem Masse. Ich bitte Frau Hollenstein, das auch zu beachten. Die Nutzfahrzeuge unserer Gewerbebetriebe, die auf überregionalen Märkten tätig sind, fahren heute über eine halbe Stunde, damit sie dort sind, wo ihre Konkurrenten starten können.
Eine Verlagerung der Gütertransporte auf die Schiene ist im Appenzellerland nicht möglich und nicht praktikabel. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht in der Lage, Güter zu transportieren, die Appenzeller Bahnen fahren auf Schmalspur. In beiden Appenzeller Kantonen wurden in den Achtziger- und Neunzigerjahren grosse Anstrengungen unternommen, um die Rahmenbedingungen für Bevölkerung und Wirtschaft zu verbessern. Die Volkswirtschaft hat sich erfreulich entwickelt. Appenzell Innerrhoden hatte in den Neunzigerjahren am wenigsten Arbeitslose und ist heute in der Gruppe der sieben finanzschwächsten Kantone inzwischen der finanzstärkste Kanton. Die jungen Appenzellerinnen und Appenzeller müssen heute aus beruflichen Gründen nicht mehr abwandern. Sie finden in der Region Appenzellerland und in der Stadt St. Gallen einen Arbeitsplatz.
Die zunehmend schwieriger werdenden Verkehrsbedingungen nach aussen gefährden jedoch diese positive Entwicklung im Appenzellerland. Wir träumen nicht von einer Autobahn nach Appenzell, aber wir wollen einen schnelleren Zugang zum Nationalstrassennetz, und dies auf eine geeignete Art und Weise. Wir wollen einen Autobahnzubringer, wie er in vielen Regionen der Schweiz selbstverständlich ist. Unser Anliegen ist für die Appenzeller von grosser bevölkerungs- und wirtschaftspolitischer Bedeutung. Wir möchten, dass unsere Bevölkerung auch in Zukunft bei uns in der Region arbeiten kann. Wir möchten, dass sich das Appenzellerland nicht entvölkert.
Ich bitte Sie, uns zu helfen und das Postulat zu überweisen.