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Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · 2006-03-16

Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-03-16

Wortprotokoll

Mit dem deutlichen Eintreten auf das Geschäft und dem Ablehnen des Rückweisungsantrages haben Sie ein Zeichen dafür gesetzt, dass die Miesmacher und Angstmacher in diesem Parlament wieder einmal etwas zurückgebunden werden. In letzter Zeit haben wir immer nur Drohungen gehört, über AHV-Abbau, Schuldenlast usw., und das hat nicht nur in diesem Saal eine pessimistische Stimmung verbreitet. Ich hoffe, dass wir mit dem Projekt Euro 2008 wirklich wieder etwas in Richtung Optimismus gehen.

Mein Vorschlag lautet folgendermassen: Ich möchte, dass die Austragungsorte, die sogenannten Host Cities auf Neudeutsch, eine Pauschale von 17 Millionen Franken entrichtet bekommen.

Wie komme ich überhaupt auf diese Idee? Es gab einen ausgehandelten Kompromiss zwischen den Host Cities und dem Bund über den politischen Ausschuss, und da drin war diese Pauschale enthalten. In der Botschaft finden Sie nur noch, dass sich die Host Cities und der Bund in ihren Diskussionen geeinigt hätten, aber diese 17 Millionen Franken kommen nicht mehr vor. Diese sind auf dem Weg zwischen dem Abschliessen des Kompromisses und dem Bundesratszimmer verschwunden; sie sind nämlich gar nie dort hineingelangt. Es ist also klar, dass die Host Cities unterdessen etwas enttäuscht sind, dass sie mit ihrem Kompromiss gar nicht in die Botschaft hineingefunden haben.

Was soll mit diesem Geld gemacht werden? Es soll eben nicht nur für jene Fussball gespielt werden, die Fussball gerne sehen und auch selbst spielen, sondern es soll auch für jene etwas gemacht werden, die nicht Fussballfans sind. Da denken wir an die Möglichkeiten für Fanprojekte; Fussball und andere Sportprojekte sind immer auch Integrationsprojekte. Es ist wichtig, dass man an den Schulen auch wieder einmal andere Sportarten anstösst; Sie wissen, wie wichtig das für die Bewegung und Gesundheit der Kinder ist. Es geht auch um Förderung von Kultur, von Frauenförderungsprojekten - ich habe schon einmal darauf hingewiesen. Da haben die Host Cities eine grosse Möglichkeit, eine Aufgabe, und sie sollen dafür auch entschädigt werden. Daher möchte ich Sie bitten, ihnen diese Pauschale auszurichten.

Wir können damit die Chancen nutzen, die in diesem Projekt stecken. Dies ganz im Gegenteil zu meinen beiden Vorrednern, die insbesondere auf die Gefahren aufmerksam machen. Sie - mindestens Herr Pfister Theophil - wollen aber ausgerechnet dort, wo es um Chancen geht, alles, aber wirklich alles kürzen. Das ist völlig verfehlt. Wenn wir schon die Idee haben, dass wir etwas in diesem Land bewirken können, auch eine positive Stimmung, dann sollten wir nicht dort kürzen, wo wir etwas Positives machen können.

Deshalb bin ich im Gegenteil der Ansicht, dass wir mit einem Beitrag an die Host Cities etwas bewirken können, von dem wir alle in diesem Land profitieren können. Wenn mir dann vorgeworfen wird, es gehe darum, den Städten, den Organisatoren, Geld zu geben, damit sie dann mit kleineren Budgets vor ihre Bevölkerung treten müssten, dann muss ich Ihnen sagen: Ich bin froh um jede Volksabstimmung, die stattfinden wird. Wir müssen keine Angst vor Volksabstimmungen haben, sondern wir müssen sie gewinnen, indem wir die Leute aufklären, indem wir ihnen sagen können: Hört mal, es hacken da nicht nur 22 Männer auf einem Ball herum, sondern es passiert auch noch etwas anderes rund um diese Spiele herum. Wir müssen die Leute rundherum auch mitnehmen können. Das geht eben, wenn wir hier zusätzliche Gelder sprechen. Haben Sie keine Angst vor Volksabstimmungen, seien Sie mutig, wenn solche angekündigt werden. Suchen Sie Argumente - ich helfe Ihnen gerne dabei -, und gewinnen Sie diese Abstimmungen. Mit einer gewonnenen Volksabstimmung im Rücken lässt sich dann nämlich 2008 noch viel schöner Fussball spielen.