Graf Maya · Nationalrat · 2006-03-22
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2006-03-22
Wortprotokoll
Bei Artikel 2 beantragt Ihnen die grüne Fraktion, unbedingt der Kommissionsmehrheit zu folgen und den Bundesrat zu verpflichten, nicht nur jährlich über den Projektverlauf und die Verwendung der Mittel zu berichten, sondern das Parlament auch über den Stand der Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzeptes und der Fanarbeitsprojekte zu informieren. Dies ist aus zwei Gründen wichtig: Im Zentrum der Euro 2008 sollen Fussballspiele stattfinden, die nachhaltig und sozial gestaltet sind und dieses Bild auch in die Welt hinaustragen.
Die Veranstalter der Fussball-Weltmeisterschaft 2006, die im Juni dieses Jahres in Deutschland stattfindet, haben sich unter dem Begriff "Green Goal" hohe ökologische Ziele gesetzt. Das ungeteilt positive Echo auf dieses Label zeigt, welches Potenzial ein Projekt wie Green Goal in sich birgt. Mit Green Goal wird in den Bereichen Wasser, Abfall und Energie eine deutliche Verringerung des Verbrauchs und bei der Mobilität eine Erhöhung des Anteils des öffentlichen Personennahverkehrs auf 50 Prozent angestrebt. Zudem haben sich die Veranstalter der Weltmeisterschaft in Deutschland zum Ziel gesetzt, die weltweit erste klimaneutrale Grossveranstaltung im Sport durchzuführen.
Das können wir in der Schweiz, zusammen mit Österreich, auch. Die Zielsetzung der Euro 2008 soll und muss eine nachhaltige Euro 2008 sein. In der Botschaft des Bundesrates wird die nachhaltige Entwicklung mit dem Hinweis erwähnt, "dass ein die Austragungsorte übergreifendes Nachhaltigkeitsmanagement-System dringlich und wichtig ist" und dieses "in Koordination und Abstimmung mit den verantwortlichen Stellen in Österreich erstellt" werden muss. Dies ist mehr als zu begrüssen; es ist eine Notwendigkeit. Es muss aber unverzüglich an die Hand genommen werden. Zum Beispiel liegt dem Steuerungsausschuss des Bundes seit dem letzten September ein Nachhaltigkeitsvisionspapier der beiden Basel vor.
Nun muss gehandelt werden, und das Parlament soll jährlich in einem Bericht erfahren können, wie der Stand der Arbeiten vor Ort und in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern ist. Stellen Sie sich vor, welcher Imagegewinn es für die beiden Alpenländer wäre, ihre konsequent umgesetzte nachhaltige Entwicklung der Weltöffentlichkeit aufzuzeigen und im Inland gleichzeitig nachhaltige Innovation auszulösen.
Nun noch zu den Fanarbeitsprojekten. Der Fanbetreuung wird in der Botschaft des Bundesrates ein kleiner, ein viel zu kleiner Abschnitt gewidmet, obwohl friedvolle Fussballspiele an der Euro 2008 auch davon abhängig sind, wie wir mit den Fans umgehen. Es ist festzuhalten, dass Fans zuallererst einmal Gäste unseres Landes sind und dementsprechend willkommen geheissen werden und nicht von vornherein als "Problembringer" angesehen werden sollen. Diese Haltung bedingt aber, dass die Verantwortlichen im Voraus genau wissen, mit welchem Betreuungs- und Begleitungskonzept sie die Fans erwarten.
Nach den auf Repression ausgerichteten sicherheitspolizeilichen Massnahmen - Sie erinnern sich an das die Hooligans betreffende Bundesgesetz, das wir hier behandelt haben - ist es umso wichtiger, die verschiedenen Fangruppen sinnvoll zu beschäftigen und zu betreuen. Die Erfahrungen mit der Euro in Portugal - Herr Bundesrat Schmid hat sie erwähnt - und diejenigen von früheren Austragungsorten zeigen, dass eine professionelle Fanarbeit und auf die Bedürfnisse der Fans ausgerichtete Aktivitäten entscheidend zur Gewaltprävention beitragen. In den portugiesischen Austragungsorten ist es zu keinerlei Ausschreitungen gekommen. Das sollte auch bei uns möglich sein, wenn wir heute und jetzt mit der Planung und vor allem mit der Koordination der bereits bestehenden Projekte und Angebote beginnen. Der Bund muss hier eine Koordinationsrolle übernehmen, und das Parlament muss jährlich über den Stand dieser Arbeiten informiert werden.
Wir bitten Sie, der Mehrheit zuzustimmen.